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	<title>si!kommunikation &#187; 25. Philosophicum Lech</title>
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		<title>Vortragsreihe des 25. Philosophicum Lech und kurze Vorschau auf 2023</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Sep 2022 13:25:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[25. Philosophicum Lech]]></category>

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		<description><![CDATA[Lech, 2022-09-26 Vortragsreihe des 25. Philosophicum Lech und kurze Vorschau auf 2023 Grundlegende Analysen und elementare Erkenntnisse zum Hass als zwischenmenschlich und gesellschaftlich hochbrisantes Phänomen  Unter dem Titel „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ befasste sich das 25. Philosophicum Lech mit einem oft beklagten, doch schwer fassbaren Phänomen. Namhafte Vortragende aus Geistes- und Humanwissenschaften, Philosophie [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Lech, 2022-09-26<br />
Vortragsreihe des 25. Philosophicum Lech und kurze Vorschau auf 2023</p>
<p><b>Grundlegende Analysen und elementare Erkenntnisse zum Hass als zwischenmenschlich und gesellschaftlich hochbrisantes Phänomen </b></p>
<p><b>Unter dem Titel „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ befasste sich das 25. Philosophicum Lech mit einem oft beklagten, doch schwer fassbaren Phänomen. Namhafte Vortragende aus Geistes- und Humanwissenschaften, Philosophie und Psychologie sorgten für eine breit gefächerte interdisziplinäre Erörterung und Diskussion. Erneut erwies sich die internationale Tagung vom 20. bis 25. September 2022 am Puls der Zeit und präsentierte sich Lech am Arlberg als idealer Begegnungsort für den Austausch über brisante Themen. Bei den Teilnehmenden aus dem gesamten deutschen Sprachraum fanden die spannenden Beiträge wie auch die Atmosphäre ein überaus positives Echo.  <span id="more-7029"></span></b></p>
<p>Bevor der Obmann des Vereins Philosophicum Lech <b>Ludwig Muxel</b> das stets mit Spannung erwartete Thema im kommenden Jahr bekanntgab, galt sein Dank all jenen, die am Gelingen des sechstägigen Symposiums ihren Anteil hatten. An erster Stelle nannte er den wissenschaftlichen Leiter <b>Konrad Paul Liessmann</b> und gratulierte ihm zur Verleihung des Montfortordens in Gold für die freundschaftliche Verbundenheit mit dem Land Vorarlberg und seine langjährigen Verdienste um das Philosophicum Lech. Die Ehrung erfolgte durch den Vorarlberger Landeshauptmann <b>Markus Wallner</b> bei der feierlichen Eröffnung am Donnerstag, den 22. September 2022. Ein besonderes Datum, beging die renommierte internationale Tagung heuer doch ihr 25-jähriges Jubiläum. Eine wahre Erfolgsgeschichte, an der viele teilhaben, begonnen bei Ideengeber <b>Michael Köhlmeier</b> und Altbürgermeister Ludwig Muxel, die u. a. mit dem ehemaligen Landesrat <b>Guntram Lins</b> das Philosophicum Lech aus der Taufe hoben. Entscheidend zur Gründung, Etablierung und Weiterentwicklung des Philosophicum Lech beigetragen hat der Professor i. R. für Philosophie an der Universität Wien und u. a. österreichischer „Wissenschaftler des Jahres“ 2006 Konrad Paul Liessmann, dessen außerordentliche Kompetenz und Feinsinn von Muxel in seinen Dankesworten am Abschlusstag hervorgehoben wurden.</p>
<p>Über all die Jahre erwies der wissenschaftliche Leiter immer wieder ein untrügliches Gespür für Entwicklungen von ebenso großer gesellschaftspolitischer Brisanz wie wissenschaftlicher Relevanz. Zudem gelang es ihm stets, namhafte Referentinnen und Referenten mit Expertise zum jeweiligen Jahresthema für die transdisziplinäre Tagung zu gewinnen. Dies bestätigte sich erneut beim <b>25. Philosophicum Lech</b>, das sich <b>vom 20. bis 25. September 2022</b> unter dem Titel „<b>Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls</b>“ einem zwar häufig diskutierten, doch selten tiefgreifend analysierten Thema widmete. Vortragende aus diversen Wissenschaftsdisziplinen von hoher Fachkenntnis und Reputation garantierten für eine multiperspektivische Annäherung an das individual- wie auch sozialpsychologisch, ethisch, politisch und kommunikationswissenschaftlich problembehaftete Phänomen. Die meisten nahmen am gesamten Symposium teil und stellten sich nicht nur den Publikumsdiskussionen im Anschluss an die Referate, sondern debattierten auch in den Pausen oder abends in der Philosophenbar. Einige von ihnen wie auch die 20 Stipendiaten und selbst Medienvertreter hoch renommierter Zeitungen zeigten sich erstaunt über die hohe Anzahl von über 600 Teilnehmenden bei einer geisteswissenschaftlichen Tagung.</p>
<p><b>Auftakt mit einer Philosophie der Gefühle sowie der Anatomie des Hasses  </b></p>
<p>Den Eröffnungsvortrag am <b>Freitag, den 23. September</b> hielt einer der führenden Experten auf dem Gebiet der Emotionsphilosophie. <b>Christoph Demmerling</b>, Professor für Philosophie mit Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, referierte zum Thema „<b>Feindselige Gefühle. Über die dunkle Seite des Geistes</b>“. Zunächst erläuterte er Grundlegendes zur Philosophie der Gefühle und konkretisierte, was Gefühle sind. Daraufhin analysierte er insbesondere die Eigenschaften und Ursachen des Hasses, wobei er diesen in ein Verhältnis zu anderen feindseligen Gefühlen wie Ressentiment und Verachtung setzte. Schließlich stellte er sich der Frage, wie mit dem Hass umzugehen sei, und empfahl Offenheit für eine Kultur der Ablehnung: „Auch die dunkle Seite des Geistes ist eine Seite des Geistes. Kultivieren wir sie und seien offen für Ablehnung, ohne uns den Exzessen von Gewalt und Hetze hinzugeben.“</p>
<p>Das zweite Referat am Freitagvormittag unter dem Titel <i>„</i><em><b>Die simple Anatomie des Hasses und die Raffinesse seiner Tarnungen</b></em><i>“</i> hielt <b>Hilge Landweer</b>, Professorin für Philosophie an der Freien Universität Berlin, die u. a. zusammen mit Demmerling das Standardwerk „Philosophie der Gefühle“ (2007) verfasste. Dabei stellte sie ihre Überlegungen vor, die zu der These führten, dass Hass sich oft hinter anderen Gefühlen verbirgt. Aufgrund dessen verglich sie den Hass mit der Empörung, vor allem aber mit der Verachtung. „Hass und Verachtung werden oft miteinander verwechselt, gehen aber ineinander über und das wirkt sich vor allem im öffentlichen Raum fatal aus“, so Landweer. Ihre zweite, zentrale These war, dass Verachtung mindestens ebenso gefährlich sei wie Hass, weil sie unterschätzt, oft auch ganz übersehen wird. Auf Verachtung, auch das würde sehr leicht übersehen, wird oft mit Hass geantwortet. „Ich halte es für dringend erforderlich, eine öffentliche Diskussion über die destruktiven Folgen auch der Verachtung anzustoßen“, wie sie betonte.</p>
<p><b>Der Trieb zur Grausamkeit und die Schwierigkeit, mit dem Hassen aufzuhören</b></p>
<p>Am Freitagnachmittag referierte zunächst der bekannte Vorarlberger Psychiater, Psychotherapeut und forensisch-psychiatrische Gerichtsgutachter <b>Reinhard Haller</b> zum fachübergreifenden Thema „<em><b>Der Trieb zur Grausamkeit – Psychodynamik und Psychopathologie des Hasses</b></em><i>“</i>. Einleitend klärte er die Frage, ob der Hass ein Affekt, ein Trieb oder eine Leidenschaft ist. „Die Definition als zerstörerische Leidenschaft scheint noch die treffendste zu sein. Denn Leidenschaft ist eine das Gemüt völlig ergreifende Emotion und umfasst die kognitive Verfolgung von Zielen.“ Anschließend analysierte Haller den Selbsthass und kam auf die „dunkle Tetrade“ als Kombination von Narzissmus, Machiavellismus, Psychopathie und Sadismus zu sprechen. Diese sei bei 90 Prozent der amerikanischen Serienkiller und vielen der schrecklichsten Despoten der Menschheit nachweisbar. Des Weiteren widmete er sich dem Hass der Incel, der unfreiwillig Zölibatären, wie auch der Hassliebe. Seiner Anatomie des Hasses folgte die wichtigste Maßnahme in der Hassprävention: „Ob und wie die Sublimierung des Todestriebes gelingt, ist eine entscheidende Frage in der Persönlichkeitsentwicklung. Wichtig sind die Förderung von Empathie in der Erziehung, zwischenmenschliche Begegnung, Selbsterkenntnis und auch Therapie.“</p>
<p>Abgeschlossen wurde die Vortragsreihe am Freitag durch das Referat von <b>Ingrid Vendrell Ferran</b>, Professorin an der Universität Marburg, unter dem Titel „<em><b>Hassen: Warum es so schwierig ist, damit aufzuhören</b></em><em>“. </em><em>In diesem ging sie anfangs auf die Struktur des Hasses ein und vertrat </em>die These, dass der Hass eher als Emotion denn als eine Gesinnung zu verstehen ist, die aus einem Prozess der Sedimentierung anderer feindlicher Emotionen entsteht. Denn der Hass habe eine Geschichte, in der viele verschiedene negative Gemütsbewegungen eine Rolle gespielt haben könnten. Danach klärte sie die Frage, warum es so schwierig ist, mit dem Hassen aufzuhören. Diese beantwortete sie damit, dass viele unserer Strategien, mit negativen Gefühlen umzugehen, aufgrund der strukturellen Eigenschaften des Hasses nicht wirken. So sei es wegen des Charakters einer Gewohnheit sehr schwierig, über den Hass zu reflektieren oder ihn zu steuern. Weil der andere uns im Hass als böse erscheint, wollen wir weder seine Perspektive übernehmen noch uns in ihn einfühlen. Zudem ist der Hass eine Gemütsbewegung, die sozial sanktioniert ist. Daher versuchen wir, den Hass entweder versteckt zu halten oder uns darüber zu täuschen, schließlich könne Hass als ein Zeichen für einen schlechten Charakter gesehen werden.</p>
<p><b>Über den Selbsthass und wie ideologisches Denken den Blick verzerrt </b></p>
<p>Den Auftakt am Samstag gab die Schweizer Psychoanalytikerin <b>Jeannette Fischer</b>, die sich über Jahrzehnte mit Macht, Gewalt und Angst auseinandergesetzt hat, mit dem Vortrag „<b>Hass ist auch immer Selbsthass</b>“. Ausgangspunkt war die Definition von Hass als eine vernichtende, durch die Sozialisation pervertierte Umformung einer vormals konstruktiven Energie. „Die konstruktive Aggression ist eine Energie, die wir nutzen, um uns für uns selber, für unsere Bedürfnisse und Interessen einzusetzen. Kommt dem Ich diese konstruktive Aggression abhanden, dann ist es beschädigt. Es ist ein ohnmächtiges Ich, das sich nicht mehr für sich selbst einsetzen kann, das der Eigenmächtigkeit entbehrt und Angst hat“, so Fischer. Beziehungen, die mit Angst verbunden sind, seien in unserer Gesellschaft alltäglich, also die Regel und nicht die Ausnahme. Wir haben Angst, den anderen zu verlieren, wenn wir etwas tun oder sagen, was wir als beziehungsgefährdend erachten. Wir haben Angst, die Stelle zu verlieren, wir haben Angst, Zugehörigkeit zu verlieren, ausgeschlossen zu werden und vieles mehr. „Den Hass können wir nicht beseitigen, indem wir ihn bekämpfen, ja ihn gar hassen. Damit befeuern wir ihn nur. Vielmehr kommen wir nicht darum herum, ihn zu erkennen, zu verstehen und einzuordnen, auch unseren eigenen Hass, auch den gegen uns selber.“ Die Vernichtungswucht des Hasses drohe dort auszubrechen, wo wir dem anderen seine Differenz aberkennen, was wir ständig tun und uns angetan werde. Denn unser Verständnis von Beziehung beruhe traditionell nicht auf der Differenz, sondern auf der Homogenität. Die fatalen Konsequenzen dieser Dynamik veranschaulichte die Psychoanalytikerin schließlich anhand des Massenmörders Anders Breivik und dessen Kindheit.</p>
<p>Es folgte das Referat von <b>Barbara Zehnpfennig</b>, Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Passau und Mitglied der Bayerischen Akademie der Wissenschaften, zum Thema „<em><b>Der Hass auf die Welt, der Hass auf den Menschen –</b></em><b> w<em>ie ideologisches Denken den Blick verzerrt</em></b><em>“</em><em>.</em><em> </em><em>An den Anfang stellte sie die Frage, ob</em> man hassen darf, wenn es um eine gerechte Sache geht. „Menschen, die die Welt radikal verändern wollen, werden dies wahrscheinlich bejahen“, sprach sie eine Haltung an, der sie im Weiteren nachforschte. Mit dem Hinweis, dass Hass immer ein perfekter Motor ist, um sich politisch durchzusetzen, ergründete Zehnpfennig in einem zweiten Schritt das ideologische Denken im Sinne von geschlossenen Weltanschauungen. Ideologien glauben tatsächlich, erkannt zu haben, was die Welt zusammenhält. Die Komplexität der Welt wird radikal reduziert, was die Nähe zu Verschwörungstheorien deutlich macht. Anhand der drei Ideologien Nationalsozialismus, Marxismus und Islam, dekuvrierte sie deren Gemeinsamkeiten: Die Welterklärung wird in die Vergangenheit und Zukunft verlängert, mit Idealisierung der Vergangenheit. Die Gegenwart wird als Zeit einer umfassenden Krise gesehen, in der die Verhältnisse so verkehrt sind, dass die vorgefundene Wirklichkeit in Gänze und total abgelehnt wird. Da das Übel erkannt wurde, soll die gesamte Menschheit befreit werden. Zehnpfennigs Fazit: Urteilt man absolut, wird man dem Gegenstand seines Urteils nicht gerecht. Man hat sich selbst und seine Voreingenommenheit zum Maßstab gemacht und versucht diesem, Mensch und Welt zu unterwerfen. Dass dieses Vorgehen dem Gegenstand Gewalt antut, zeige sich an den dargestellten Theorien sehr deutlich. „Gut kann Hass also wohl in keinem Fall sein – auch dann nicht, wenn er sich in das Gewand des Gerechten kleidet, der von den schlechten Verhältnissen genötigt wird, so lange zu hassen, bis er das Gute herbeigemordet hat.“</p>
<p><b>Angst, Ressentiment und Hass in Jugendkulturen und vom Umgang mit Hass </b></p>
<p>Den ersten Vortrag am Samstagnachmittag unter dem Titel „<em><b>Angst, Ressentiment und Hass in den Jugendkulturen</b></em>“ hielt <b>Bernhard Heinzlmaier</b>, der seit über drei Jahrzehnten in der Jugendforschung tätig ist. Er ist Mitbegründer und seit 2003 Vorsitzender des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien und leitet hauptberuflich das Marktforschungsunternehmen tfactory Trendagentur in Hamburg. Vorab meinte Heinzlmaier, er sei noch nie einem Thema begegnet, das ihn so gefordert und im Unklaren gelassen habe wie der Hass in Jugendkulturen. Er konstatierte auch bei der Jugend eine ohnmächtige Wut, die sich nach innen kehrt und zur „seelischen Selbstvergiftung“ führt, worunter er Hass und Ressentiments versteht. Anhand etlicher Statistiken zeichnete er nach, wie das Vertrauen zunehmend erodiert, insbesondere jenes zum Staat in den Mittel- und Unterschichten. Zudem konstatierte Heinzlmaier „so etwas wie ein postmodernes Duckmäusertum“, was u. a. auf angstbesetzte Themen zurückzuführen sei und zu einer Schweigespirale führe. Wo jedoch Diskussionen geführt werden, seien diese hochgradig emotional. Eine Ursache dafür ortete der Jugendforscher in der Medienlandschaft, die immer mehr vom Bild dominiert sei und wo Argumente immer weniger eine Rolle spielten. Das wichtigste Bildungsmittel für Jugendliche sind YouTube und Instagram. Am anfälligsten für Hass seien die Fußball- und die Hip-Hop-Szene, wo der männliche Anteil besonders groß ist und der Wettbewerbsgedanke besonders stark. Das Ressentiment habe seine Wurzel in der Konkurrenz- und Wettbewerbsgesellschaft, weshalb er sich dafür aussprach, die gesellschaftlichen und insbesondere die ökonomischen Verhältnisse stärker zu reflektierten.</p>
<p>„<b>Vom Umgang mit Hass</b>“ lauteten im Anschluss die Ausführungen der deutschen Philosophin, Journalistin und Autorin <b>Svenja Flaßpöhler</b>, seit 2018 Chefredakteurin des Philosophie Magazins. Hass sei etwas, was aus unserer Gesellschaft nicht wegzudenken ist, wie sie zunächst betonte. „In Zeiten von Social Media können Sie von Leuten gehasst werden, die Sie gar nicht kennen“, berichtete sie aus eigener Erfahrung mit Shitstorms. Ihre zentrale Botschaft lautete, dass wir mit Hass umzugehen lernen müssen. Heutzutage herrschten zwei Verhaltensweisen vor: die sensible, bei der Hass unmittelbar in das Innerste vordringt, und die toxische Männlichkeit, an der dieser abprallt. Die wahre Resilienz sei vielleicht eine Verbindung von beiden, wie Flaßpöhler an diversen Beispielen illustrierte. Um in dieser Tiefe denken zu können, müsse man intensiv mit der Welt in Verbindung stehen, verwies sie auf „den hochsensiblen Friedrich Nietzsche“. Ambivalent sieht sie die Ausdehnung des Gewaltbegriffs: Einerseits sei diese in vielerlei Hinsicht positiv und ein Fortschritt, sodass auch verbale Gewalt anerkannt wird. Sprache könne verletzen, zerstören. Doch das Problem sei, dass unklar wird, wo die Grenze des Zumutbaren verläuft. Gut sehen könne man dies an der Subjektivierung des Traumabegriffs. Die beste Widerstandskraft gegen den Hass und auch gegen die Versteinerung sei, sich die Lebendigkeit zu bewahren. „Wir müssen offen bleiben, auch und gerade denen gegenüber, die uns hassen. Wenn wir es schaffen, die Sensibilität in uns zu erhalten, dann sind wir von innen geschützt.“</p>
<p><b>Vom Hass auf die Moral und das Miteinander-Reden in Zeiten des Hasses  </b></p>
<p>Am Sonntagvormittag referierte <b>Alexander Somek</b>, Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, über „<b>Hassrede: Der Hass auf die Moral</b>“. Dabei konzentrierte er sich auf „die harmloseste Art von Hassrede“, die keine gefährliche Drohung, Verleumdung und auch keinen Aufruf zur Gewalt gegen bestimmte Personen oder Angehörigen von Gruppen einschließt. Zunächst ergründete er, warum die Hassrede in ihrem gruppenbezogenen Kern doppeltes Unbehagen hervorruft. Einerseits bei jenen, über die herabwürdigend gesprochen wird. „Unbehagen rufen aber ebenso die kraft Indignation reflexartig verlangten oder verhängten Redeverbote hervor.“ Daraus leitete er ab, dass in der Hassrede auch so etwas wie der Hass auf die „gute Moral“ zum Ausdruck kommen könnte. An sich ermögliche das Recht den Ausstieg aus der Moral, doch weil die Moral das Recht nicht aus ihren Fängen entlässt, bleibe nur der Ausstieg aus dem Recht – hin zum Theatralischen und damit in die Kunst. Beim Sprechen sei das Theater bzw. das Spiel die Ironie. „Wir urteilen, wenn wir uns im Medium von Mehrdeutigkeit und Unbestimmtheit bewegen, ästhetisch“, so Somek.</p>
<p>Das Finale bestritt <b>Bernhard Pörksen</b>, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen und bekannt durch seine Arbeiten zur Skandalforschung sowie seine Bücher mit dem Kybernetiker Heinz von Foerster und dem Psychologen Friedemann Schulz von Thun. Sein Beitrag stand unter dem Titel „<b>Miteinander-Reden in Zeiten des Hasses</b>“. „Kommunikation ist nicht alles – aber alles ist nichts ohne Kommunikation. Wir werden keine einzige Gegenwartskries lösen können, ohne einen gemeinsamen Fokus zu erzeugen durch Kommunikation“, proklamierte Pörksen zu Beginn. Außerdem gehe man nicht fehl darin, dass das Reden erstens schwieriger wird, zweitens wichtiger wird und drittens effektiver werden müsse. Den ersten Teil seiner engagierten, frei gehaltenen Rede nannte er einen „Versuch der konzeptionellen Diskursentgiftung, indem drei Diskursmythen beiseite geräumt werden“. Der erste ist der Untergangsmythos, die Rede vom postfaktischen Zeitalter, das Pörksen vielmehr als Zeitalter der Gleichzeitigkeit bezeichnen würde. Es gelte, sich die Welt der Hater als das vorzustellen, was sie ist – eine kleine Minderheit! Das Zweite ist der Filterblasenmythos, der nahelegt, dass die Schwierigkeiten des Miteinander-Redens durch Algorithmen bedingt, somit durch dieselben auch zu lösen seien. Zwar gebe es Filterblasen in dem Sinn, dass man sich in seine Echokammer zurückziehen könne, andererseits könnten wir unter den vernetzten Bedingungen dem Denken, der Perspektiven anderer nicht ausweichen, so Pörksen. Daher spricht er vom Filter-Clash und betont: „Für das gelingende Miteiander-Leben braucht es nicht bessere Algorithmen, sondern geklärte Kontexte, Behutsamkeit, Möglichkeiten der gelingenden Kooperation.“ Als Drittes entlarvte er den Polarisierungsmythos als eine Überinszenierung von Polarisierung zum einen und zu wenig ernsthafte Polarisierung zum anderen. Statt Spektakel-Polarisierung bedürfte es pragmatischer Polarisierung. Im zweiten Teil verwies der Medienwissenschaftler auf vier Prinzipien, die idealerweise einen Fingerzeig liefern, was man tun könnte. Erstens das Prinzip der öffnenden Wertschätzung, soll heißen ein Respekt vermittelndes Zugehen auf das Gegenüber. Zweitens das Prinzip der Perspektivenverschränkung, heißt erst einmal das Universum des anderen studieren und dann eine Art von Brückennarrativ schaffen, das auch in dessen Welt plausibel ist. Drittens das Prinzip der nichtkonzentrischen Aufmerksamkeit, weg von der egozentrischen, um sich einzulassen auf die Weltsicht des anderen. Viertens das Prinzip der respektvollen Konfrontation, heißt einen Dialog zu führen, der diesen Namen verdient – oder wie Pörksen es nannte: „einen gemeinsamen Tanz des Denkens“. Dabei sei durchaus das Umschalten von der Empathie auf Konfrontation möglich, wenn nicht angebracht, doch ohne die Person des anderen als Ganzes zu kritisieren. „Nicht gleichgültig zu sein, das ist das Wichtigste.“ Der mit großem Applaus bedachte Vortrag eines der bedeutendsten Medienwissenschaftler unserer Zeit war ein würdiger Schlusspunkt des Jubiläums – ein Vierteljahrhundert bereichernder Gedankenaustausch im Gebirge.</p>
<p>Das <b>26. Philosophicum Lech</b> findet <b>vom 19. bis 24 September 2023</b> statt und lädt unter dem vielversprechenden Titel „<b>Alles wird gut. Zur Dialektik der Hoffnung</b>“ zum anregenden Austausch nach Lech am Arlberg. Aufgrund des zu erwartenden Publikumsandrangs empfiehlt sich eine frühzeitige Anmeldung online ab 03.04.2023!</p>
<p>Weitere Informationen auf <a href="http://www.philosophicum.com/">www.philosophicum.com</a></p>
<h2><span style="color: #f30bc9;"><strong>Presseaussendung als PDF:</strong></span>  <a href="http://archiv.si-kommunikation.com/_wordpress/wp-content/uploads/PHI-2022_Nachschau-26.09.22.pdf" class="mtli_attachment mtli_pdf">PHI-2022_Nachschau-26.09.22</a></h2>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Tractatus-Preisträgerin Marie Luise Knott mit grandiosem Essay als Dankesrede</title>
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		<pubDate>Sat, 24 Sep 2022 08:53:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[25. Philosophicum Lech]]></category>

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		<description><![CDATA[Lech, 2022-09-23 Feierliche Verleihung des Essaypreises des Philosophicum Lech – Tractatus 2022 an die Autorin und Übersetzerin Maria Luise Knott  Gestern Abend erfolgte im Rahmen des 25. Philosophicum Lech die feierliche Verleihung des Tractatus 2022. Exemplarisch prämiert mit dem renommierten Essaypreis wird das Buch „370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison“ [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Lech, 2022-09-23</p>
<p><b>Feierliche Verleihung des Essaypreises des Philosophicum Lech – Tractatus 2022 an die Autorin und Übersetzerin Maria Luise Knott </b></p>
<p><b>Gestern Abend erfolgte im Rahmen des 25. Philosophicum Lech die feierliche Verleihung des Tractatus 2022. Exemplarisch prämiert mit dem renommierten Essaypreis wird das Buch „370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison“ der freien Autorin, Kritikerin und Übersetzerin Marie Luise Knott. In ihrem Essay setzt die Tractatus-Preisträgerin die Gedankenwelt der deutsch-jüdisch-amerikanischen Philosophin jener des afroamerikanischen Schriftstellers wechselseitig in Beziehung, wodurch sich vor historischer Folie neue Perspektiven auf derzeit hochbrisante Debatten wie zu Identitätspolitik und Rassismus eröffnen. „Was vermag Philosophie Schöneres, als im Für und Wider, im Hin und Her das Denken voranzubringen?“, lobte Laudatorin Barbara Bleisch den Mut, Widersprüchliches stehen zu lassen, statt es zu glätten. Knott bewies auch in ihrer Dankesrede – als Essay – ihre literarische Kunstfertigkeit.  <img title="Weiterlesen …" alt="" src="http://archiv.si-kommunikation.com/_wordpress/wp-includes/js/tinymce/plugins/wordpress/img/trans.gif" /></b></p>
<p>Am <b>Freitag, den 23. September, um 21 Uhr</b> wurde zur feierlichen <b>Verleihung des Tractatus 2022</b> in den sport.park.lech geladen. Im Rahmen des <b>25. Philosophicum Lech</b>, das vom <b>20. bis 25. September</b> unter dem Titel „<b>Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls</b>“ wieder Vortragende und Teilnehmende aus dem gesamten deutschen Sprachraum über brennende Fragen der Gegenwart diskutieren lässt, wurde der Ehrung der Preisträgerin wieder besondere Aufmerksamkeit zuteil. Zählt doch der traditionell am Freitagabend stattfindende Festakt seit vielen Jahren zu den alljährlichen Glanzlichtern des Symposiums. Begründen lässt sich dies insbesondere durch die geistige wie auch stilistische Brillanz der mit dem Tractatus bedachten Autorinnen und Autoren, die meist auch in den Dankesreden zur Geltung kommt. Dasselbe kann von den vorausgehenden Laudationen eines der Jury-Mitglieder behauptet werden. So ist die Tractatus-Verleihung stets ein intellektueller Genuss.</p>
<p>Angeregt von <b>Michael Köhlmeier</b> wird der Essaypreis des Philosophicum Lech seit 2009 vergeben und gehört mit 25.000 Euro zu den höchstdotierten auf diesem Felde im deutschsprachigen Raum. So galt auch heuer wieder ein besonderer Dank von <b>Ludwig Muxel</b>, Obmann des Vereins Philosophicum Lech, den privaten Sponsoren, die anonym bleiben möchten. Hoch ist auch das Renommee des Tractatus, mit dem die Absicht verfolgt wird, herausragenden Leistungen im Bereich der philosophischen Essayistik und Wissenschaftsprosa die verdiente Anerkennung zukommen zu lassen und damit den prämierten Publikationen verstärkt Wertschätzung und Geltung zu verschaffen. Ebenfalls hoch sind die Anforderungen, um in die engere Auswahl für den Tractatus zu kommen. Zentrale Kriterien sind die Originalität des Denkansatzes, die Gelungenheit der sprachlichen Gestaltung sowie die Relevanz des Themas. Der Vorauswahl im Frühjahr, die in eine jeweils Anfang Juli veröffentlichte Tractatus-Shortlist von preisverdächtigen und somit empfehlenswerten Neuerscheinungen der letzten 12 Monate mündet, folgt eine weitere intensive Jurydiskussion im Sommer. Die Jury setzt sich zusammen aus der Schweizer Philosophin <b>Barbara Bleisch</b>, u. a. Moderatorin der Sendung „Sternstunde Philosophie“ im Radio und Fernsehen SRF, dem aus Österreich stammenden Autor und Journalisten <b>Thomas Vašek</b>, Gründungschefredakteur der Philosophiezeitschrift „Hohe Luft“, und dem deutschen Schriftsteller und Essayisten <b>Michael Krüger</b>, ehemaliger Verlagsleiter der Carl Hanser Literaturverlage, unter Vorsitz (nicht stimmberechtigt) von <b>Konrad Paul Liessmann</b>, dem wissenschaftlichen Leiter des Philosophicum Lech.</p>
<p><b>Preisträgerin des Tractatus 2022 ist die deutsche Autorin Marie Luise Knott </b></p>
<p>Exemplarisch prämiert mit dem Tractatus 2022 wird das Buch „<b>370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison</b>“ der in Berlin lebenden freien Autorin, Kritikerin und Übersetzerin <b>Marie Luise Knott</b>. Titelgebend für das im März 2022 im Verlag <b>Matthes &amp; Seitz Berlin</b> erschienene Buch ist der Zufall, dass die berühmte jüdische Philosophin, die 1941 in die USA emigrierte, und einer der wichtigsten afroamerikanischen Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts hinsichtlich ihrer Hausnummern nur einen Zahlendreher entfernt in derselben Straße wohnten: Hannah Arendt in der Nähe der Columbia University und Ralph Waldo Ellison weiter nördlich in Harlem. Das die beiden tatsächlich Verbindende als Ausgangspunkt für Knotts ideengeschichtlichen Essay ist eine damalige Debatte, zu der erst vor Kurzem ein Brief Arendts an Ellison als Durchschlag in ihrem Nachlass aufgefunden wurde. In diesem leistet sie Abbitte für ihre Unbedachtheit in einem 1959 veröffentlichten Aufsatz, in dem sie zu den Ereignissen in Little Rock im Jahre 1957 Stellung nahm. Damals musste die Nationalgarde einschreiten, als Protestierende höchst aggressiv schwarze Jugendliche am Schulbesuch hindern wollten. Ellisons scharfe Replik auf die Ausführungen Arendts im Jahre 1965 quittierte sie im Brief mit „<i>Sie haben völlig Recht</i>“ und dem Eingeständnis, dass sie „<i>die Komplexität der Lage nicht verstanden habe</i>“.</p>
<p><b>Feierliche Verleihung des Tractatus 2022 mit Laudatio von Barbara Bleisch </b></p>
<p>Moderiert von der Philosophin <b>Katharina Lacina</b>, stand die feierliche Verleihung des Tractatus 2022 am gestrigen Abend ganz im Zeichen gelungener Essayistik. Festliche Atmosphäre für die Ehrung der Tractatus-Preisträgerin Marie Luise Knott schuf insbesondere der musikalische Rahmen: drei eigens für diesen Anlass verfasste Streich-Trio-Stücke des Vorarlberger Komponisten <b>Marcus Nigsch</b>, darunter zwei Uraufführungen, dargeboten vom <b>Ensemble Trio Tractatus</b>. Dem klangvollen Auftakt folgte zunächst die Laudatio von Barbara Bleisch. „Mit der Last, die damit verbunden ist, schwarz zu sein, beginnt das Buch, das wir heute auszeichnen“, bot sie zunächst ein Panorama der historischen Hintergründe und aktuellen Bezüge. Dadurch die Irritation und Ablehnung, die der Essay „Reflections on Little Rock“ von Hannah Arendt aus dem Jahre 1959 damals wie heute auslöst(e), verständlich machend, hob Bleisch die im Brief an Ellison erkennbare geistige Haltung von Arendt hervor. So war es nicht öffentlicher Druck, sondern „vielmehr <i>das bessere Argument</i>, das der Philosophin das Geständnis abringt, sich rundweg geirrt zu haben. Zumindest für diese Geradlinigkeit gebührt Hannah Arendt Achtung – und Marie Luise Knott, die das herausstreicht, ebenso.“ In Bezugnahme auf aktuelle Tendenzen betonte die Laudatorin des Weiteren: „Marie Luise Knott ruft uns damit etwas in Erinnerung, was in einer Zeit, in der die firme Meinung, die klare Haltung Trumpf sind und der Zweifel, das stete Hinterfragen unter Druck geraten, nicht hoch genug gehalten werden kann: Dass die aufrichtige Liebe zur Wahrheit stets mit dem Irrtum rechnen muss.“ Auch dass Gedanken in ihrer Widersprüchlichkeit mutig stehen gelassen werden, lobte sie am Essay von Knott, könnte man dadurch doch die Friktionen zweier Menschen aus solch unterschiedlichen Welten verstehen lernen. Abwechselnd dem Denkschema von Arendt zu folgen und dann wieder in die Perspektive von Ellison zu kippen, lässt tief in die Vorläuferdebatten von „critical whiteness“ eintauchen. „Was vermag Philosophie Schöneres als im Für und Wider, im Hin und Her das Denken voranzubringen?“, so Barbara Bleisch abschließend. <b></b></p>
<p><b>Dankesrede als grandioser Essay der Tractatus-Preisträgerin Marie Luise Knott </b></p>
<p>Bei den ersten Worten von Marie Luise Knotts Dankesrede begann womöglich so manche und mancher der andächtig Versammelten im Gedächtnis zu kramen. Was für ein Romananfang war das noch mal? „Am Morgen nach dem Aufwachen im Hotel war sie ins Bad gegangen, hatte sich vor dem Spiegel durchs Haar gestrichen und sich dabei prüfend angeschaut.“ Wenngleich sich das Rätsel der sich prüfenden Frau im Bad bald löste – „Sie würde am Abend einen Preis bekommen, und man hatte sie den Gepflogenheiten entsprechend gebeten, eine Dankesrede zu halten.“ – behielt das Erzählen in der dritten Person seinen Reiz. Obendrein gemahnte der Erzählfluss an den berühmten stream of consciousness und mäanderte zwischen mysteriösen Zeilen aus Gertrude Steins langem Erzählgedicht „Winning His Way“, Wittgensteins Traktaten und Aphorismen – „Schau einen Stein an und denk dir, er hat Empfindungen!&#8221; – und selbstredend auch, ja vor allem originären, ganz eigenen Gedankensprüngen und -folgen dieser Frau: „Vielleicht wurde etwas vom Schmerz der Anderen vorstellbar, wenn man selbst durchlässig wurde, sich aufraute.“ Während sich die Essayistin Knott beim Verfassen ihrer Dankesrede selbst über die Schulter schaute, ließ sie die Hörerinnen und Zuhörer einen Blick in ihre Notizen und ihre Wortwerkstätte werfen. Außerdem ließ sie diese selbst nach Antworten suchen, auf so manche offengebliebene Frage. „Stattdessen würde sie erwähnen, dass sie das Buch vor allem geschrieben hatte in der Hoffnung auf einen Kollateral-Gewinn: Sie hoffte, indem sie die Zeit und den Denkraum von damals neu untersuchte, ein Instrumentarium für heutige identitäre Debatten zu gewinnen.“ Und ja, „sie würde der Jury am Abend sagen müssen, wie dankbar sie war, dass sie dies gesehen hatte.“ Schließlich habe sie die ganze Zeit während der Arbeit am Buch gewusst, auf welch dünnem Eis sie sich bewegte. Und dass die eigene Sichtweise immer beschränkt ist. Kurz vorm Aufgeben hatten rettende Gespräche neue Impulse geliefert und sie zum Weitermachen bewegt, weswegen sie besonders all jenen danken würde, die ihr so hartnäckig wie freundschaftlich Paroli geboten hatten. „Essays sind ein Wagnis, denn sie suchen nicht nach Aussagen, welche die Leserinnen und Leser getrost nach Hause tragen können. Essays gleichen vielmehr Erkundungsgängen – sprich, sie geben unserem ganzen nicht getrosten Dasein und dem nicht ganz bei Trost sein darin Raum. Und dass jemand solches Schreiben auszeichnete &#8212; dafür konnte man nicht laut genug danken.“ So dankte sie, dass es diesen Preis gab, dafür, dass jemand ihn erfunden hatte, und dafür, dass jemand ihn Jahr für Jahr finanzierte. Sie dankte der Jury, ihrem Verleger und dem Verlag sowie nicht zuletzt „allen Lecherinnen und Lechern sowie dem Philosophicum“. Es war spürbar. Wohl die gesamte Zuhörerschaft war ebenfalls von Dank erfüllt. Dankbar dafür, dass die Frau im Bad nach ihrem prüfenden Blick in den Spiegel sich die Bergstiefel angezogen und auf den Weg zur Preisverleihung gemacht hatte. Sie hat die Prüfung bestanden. Stellvertretend für so viele meinte Ludwig Muxel zum Abschluss: „Liebe Frau Knott, Sie sind wahrlich eine würdige Tractatus-Preisträgerin. Herzlichen Glückwunsch!“</p>
<p>Weitere Informationen auf <a href="http://www.philosophicum.com/">www.philosophicum.com</a></p>
<p>Pressemeldung als PDF: <a href="http://archiv.si-kommunikation.com/_wordpress/wp-content/uploads/PHI-2022_PM-4_23.09.22.pdf" class="mtli_attachment mtli_pdf">PHI-2022_PM 4_23.09.22</a></p>
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		<title>Feierliche Eröffnung des 25. Philosophicum Lech</title>
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		<pubDate>Thu, 22 Sep 2022 21:01:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[25. Philosophicum Lech]]></category>

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		<description><![CDATA[Lech, 2022-09-23 Erhellende Vorausschau und würdigender Rückblick anlässlich des Jubiläums bei der festlichen Eröffnung des 25. Philosophicum Lech  Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert lädt das Philosophicum Lech alljährlich zur kritischen Auseinandersetzung mit brennenden Fragen der Gegenwart. „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ lautet dieses Mal das Thema, zu dem vom 20. bis 25. September namhafte Vortragende aus [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div title="Page 1">
<p style="text-align: justify;">Lech, 2022-09-23 <b>Erhellende Vorausschau und würdigender Rückblick anlässlich des Jubiläums bei der festlichen Eröffnung des 25. Philosophicum Lech </b></p>
<p style="text-align: justify;"><b>Seit nunmehr einem Vierteljahrhundert lädt das Philosophicum Lech alljährlich zur kritischen Auseinandersetzung mit brennenden Fragen der Gegenwart. „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ lautet dieses Mal das Thema, zu dem vom 20. bis 25. September namhafte Vortragende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum referieren und mit dem Publikum diskutieren. Nach den hochaktuellen Philosophicum Dialogen am Dienstag und dem kurzweiligen philosophisch-literarischen Vorabend stand die heutige, feierliche Eröffnung des 25. Philosophicum Lech im Zeichen des Jubiläums. Die Festreden gaben Gelegenheit zur Rückschau auf die Erfolgsgeschichte des Symposiums. Dessen wissenschaftlicher Leiter Konrad Paul Liessmann erhielt eine Ehrung des Landes Vorarlberg. Sein Impulsreferat gab einen Überblick zum Phänomen des Hasses, das in den kommenden Tagen multiperspektivisch analysiert wird.<span id="more-6726"></span></b>Mit der feierlichen Eröffnung des 25. Philosophicum Lech wurde ein Jubiläum begangen, das Anlass zur Würdigung des erfolgreichen Werdegangs gab. Dieser spiegelt sich u. a. in der steigenden Anzahl an Teilnehmenden wider: von 100 bei der Premiere wuchs diese bis 2005 bereits auf über 600, die Kapazitätsgrenze. „Kultur ist der Schlüssel zu dem, was einen Ort wie Lech attraktiv, kreativ und nachhaltig macht“, hob der Bürgermeister der renommierten Tourismusgemeinde am Arlberg <b>Gerhard Lucian</b> bei seiner Begrüßungsrede in Bezug auf das Philosophicum Lech hervor. Dieses sei die Initialzündung und Vorbild für die weitere Entfaltung des kulturellen Angebots gewesen, das unter dem Titel „Kultur am Berg“ mittlerweile nahezu alle Kunstsparten und auch weitere Symposien wie das <b>Literaricum Lech</b> sowie <b>Impact Lech</b>umfasst. „Wurde die Veranstaltung von uns Einheimischen zu Beginn noch als etwas Kurioses wahrgenommen“, gestand Lucian, so erfülle es längst mit Stolz, Austragungsort einer solch hochkarätigen Tagung zu sein. Sein besonderer Dank galt seinem Vorgänger <b>Ludwig Muxel</b>, der sich unermüdlich für diese eingesetzt habe. Dieser kam in seiner Eröffnungsrede als Obmann des Vereins Philosophicum Lech auf die Anfänge zu sprechen: „Wir merkten schnell, dass wir einen Nerv getroffen hatten. Diese einzigartige Mischung aus Konzentration und Zerstreuung in alpiner Hochlage hatte es in sich.“ Er bedankte sich bei allen, die zur Entwicklung des transdisziplinären internationalen Symposiums beigetragen haben. Begonnen bei Ideengeber <b>Michael Köhlmeier</b> und dem ehemaligen Landesrat und langjährigen Obmann des Vereins Philosophicum Lech <b>Guntram Lins</b> als weiterem Initiator über die zahlreichen Sponsoren und Unterstützer, darunter das Land Vorarlberg, bis hin zum Organisationsteam, den Medienvertretern und nicht zuletzt den Teilnehmenden. Dass für viele Interessierte aus dem ganzen deutschsprachigen Raum das Philosophicum Lech zum jährlichen Fixpunkt wurde, freue ihn besonders.</p>
<p style="text-align: justify;">Auf die internationale Strahlkraft der Veranstaltung verwies anschließend auch der Landeshauptmann von Vorarlberg <b>Markus Wallner</b> in seiner Festrede. Zudem hob er deren ganz besondere Bedeutung für das Land hervor, werde die Gemeinde Lech doch Jahr für Jahr zu einem Zentrum für philosophische, kultur- und sozialwissenschaftliche Reflexion, für Diskussion und Begegnung. „Wann hätten wir je ein solches notwendiger gehabt als in diesen Tagen“, wie er unterstrich und damit auf das heurige Thema überleitete. Unter dem Titel „<b>Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls</b>“ greift das <b>25. Philosophicum Lech</b> vom <b>20. bis 25. September</b> brandheiße Fragen unserer Gegenwart auf, um ein weitreichendes Phänomen unter unterschiedlichsten Gesichtspunkten zu erörtern und diskutieren. „Im politischen Diskurs hat Hass meines Erachtens gar nichts verloren“, betonte Wallner, doch begegne er uns nichtsdestoweniger täglich. „Es wird in den nächsten Tagen spannend werden, wenn das schwer Fassbare von vielen Seiten beleuchtet wird“, lobte er das Konzept des Symposiums, „bei dem Fragen diskutiert werden, die das Leben und Zusammenleben maßgeblich beeinflussen“. Schließlich richtete er einen besonderen Dank, wie schon die beiden Vorredner, an den wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech <b>Konrad Paul Liessmann</b>. Dessen Gabe, komplexe Themen und Zusammenhänge interessant und verständlich aufzubereiten, führte er ebenso ins Treffen wie die stets fabelhafte Auswahl der Vortragenden und auch der Themen, hinsichtlich der man ihm eine gewisse Hellsichtigkeit unterstellen könnte. Für seine vielfältigen und langjährigen Verdienste um das Philosophicum Lech sowie die freundschaftliche Verbundenheit mit dem Land Vorarlberg wurde Konrad Paul Liessmann von Markus Wallner der „Montfortrorden in Gold“ des Landes Vorarlberg verliehen. Eine echte Überraschung für den Philosophen, der seine besondere Freude damit erklärte, dass das Philosophicum Lech die erste wissenschaftliche Tagung war, die er veranstaltete, und dies der erste Orden für ihn ist. Gratuliert wurde ihm dazu auch von Kunst- und Kulturstaatssekretärin <b>Andrea Mayer</b> in deren Festrede. In dieser strich sie die den besonderen Charakter des Philosophicum Lech als eine Metaebene zum üblichen gesellschaftlichen und politischen Alltag sowie die bei diesem gepflegte Gesprächskultur hervor. „Hier treffen sich die interessiertesten und klügsten Köpfe des deutschen Sprachraums. Wo, wenn nicht hier, sollen Ideen und Konzepte für die Zukunft entstehen“, zollte sie der Tagung große Anerkennung.</p>
<p style="text-align: justify;"><b>Magna-Impulsforum als prominenter Auftakt zum Philosophicum Lech</b></p>
<p style="text-align: justify;">Wie seit vielen Jahren bewährt, ging dem Festakt das <b>Magna-Impulsforum</b> voraus. Unter Schirmherrschaft des Hauptsponsors drehte sich die Podiumsdiskussion heuer um die Frage „<b>Hass im Leben – Hass im Netzt. Werden die sozialen Medien überschätzt?</b>“. Geleitet wurde die Gesprächsrunde wie gewohnt vom profilierten österreichischen Journalisten und Fernsehmoderator <b>Michael Fleischhacker</b>, dem auch die Aufzeichnung der Veranstaltung durch den Fernsehsender ServusTV und Ausstrahlung der Sendung in dessen Hauptabendprogramm zu verdanken war. Zur Debatte geladen waren die ehemalige Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat für die Grünen und Beraterin für Nachhaltigkeit <b>Eva Glawischnig</b>, Professor i. R. für Philosophie an der Universität Wien und u. a. österreichischer „Wissenschaftler des Jahres“ 2006 <b>Konrad Paul Liessmann</b>, die österreichische Journalistin, Chefreporterin von „Die Welt“ <b>Anna Schneider</b> sowie der deutsche Journalist, Autor und Filmemacher <b>Patrick Stegemann</b>. Erörtert wurde u. a., wo die Grenze zwischen Kritik, Streit und Hass verläuft und ob es tatsächlich nur ein schmaler Grat zwischen virtueller und realer Gewalt ist. Zudem wurde kontrovers diskutiert, ob es staatlicher Eingriffe bedarf oder diese abzulehnen seien, weil durch diese die Meinungsfreiheit bedroht würde. Eva Glawischnig, die sich gegen Hass im Netz erfolgreich zur Wehr setzte und über 40 Verfahren führte, berichtete von einer merklichen Radikalisierung im Zuge der sogenannten Flüchtlingskrise 2015. Die Schwelle zum Hass sah sie bei der Drohung überschritten, jemandem oder auch dessen Familie etwas anzutun. Mittlerweile sei sie komplett aus den Social Media ausgestiegen, habe eine argumentative Auseinandersetzung dort doch keinen Platz. Diesen Befund bestätigte Patrick Stegemann, der dabei auf wissenschaftliche Studien verwies, laut denen „die Algorithmen auf Krawall gebürstet sind“, wie es Fleischhacker ausdrückte. Die Öffentlichkeit, auch andere Medien, ja insgesamt die Gesellschaft habe sich durch die sozialen Medien massiv verändert, wie Stegemann betonte. „Wollen wir selbst bestimmten, wie Öffentlichkeit funktioniert, oder wollen wir das ein paar wenigen privaten Firmen überlassen?“, insistierte er auf staatliche Eingriffe und meinte abschließend: Facebook gehöre zerschlagen. Anna Schneider hielt u. a. entgegen, dass einschränkende Gesetze auf Zensur hinauslaufen, wodurch Probleme in der Gesellschaft nur verlagert würden. Konrad Paul Liessmann meinte, dass in der digitalen Welt dasselbe gelten sollte wie in der realen, ob rechtlich gesehen oder auch bezüglich Gesprächskultur. Zudem kreierte er den Begriff „asoziale Medien“.</p>
<p style="text-align: justify;"><b>Vortrag von Dieter Althaus sowie Impulsreferat von Konrad Paul Liessmann</b></p>
<p style="text-align: justify;">Der feierlichen Eröffnung folgte ein Vortrag von <b>Dieter Althaus</b>, Vice President Governmental Affairs| Magna Europe, unter dem Titel „<b>Hassen Sie auch SUVs? – Zur Sehnsucht nach Einfachheit in einer komplexen Welt</b>“. Das Thema führe in einen sehr konkreten Hass, wie er einleitend anmerkte und an dessen Beispiel die Wirkmächtigkeit einfacher Muster wie von Vorurteilen illustrierte. Der Marktanteil der SUVs bei Neuzulassungen betrug im vorigen Jahr 46 %, wobei sich mehrheitlich Familien für diesen Fahrzeugtyp entschieden. Dieser sei im Grundsatz genauso groß wie eine große Limousine oder ein Kombi. Die Grundlage für Auseinandersetzungen, egal zu welchem Thema, müsse die Fähigkeit zu Differenzierung und Dialog sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Seinen Abschluss fand der Eröffnungstag mit dem gleichnamigen Impulsreferat von <b>Konrad Paul Liessmann</b>zum Jahresthema „<b>Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls</b>“, mit dem er eine tiefgreifende Einführung in das Phänomen des Hasses und dabei zahlreiche Gedankenanstöße für die Vorträge der kommenden Tage bot. Zu seinen Thesen gehört u. a., dass es immer nur der Hass der anderen ist, der uns irritiert, erschüttert, verzweifeln lässt; dass der Hassende sein Objekt stets im Visier behält und dass Hass weniger irrational als gedacht ist, vielmehr strategisch agiert. „Allzu oft wird auch die alte Einsicht vergessen, dass der Hass nicht der Gegenpol, sondern die Kehrseite der Liebe ist“, so der Philosoph. Ausgeblendet werde auch gern der Aspekt, dass es eine Lust, ein Vergnügen am Hassen gibt, das auch die Moral befällt. Jede Weltanschauung kann in Hass umschlagen, wie Liessmann am aktuellen Beispiel der Exzesse der Cancel Culture zu bedenken gibt. Nur wer seine moralischen Überzeugungen immer wieder in Frage stellt, könne dem Hass entgehen. Hass zu neutralisieren, wäre auch ihm ein großes Anliegen. „Dies wird nur gelingen, wenn uns klar wird, wie tief wir in dieses Gefühl gerade dann verstrickt sind, wenn wir uns frei davon wähnen“, so sein Schlusswort.</p>
<p style="text-align: justify;"><b>Philosophicum Dialoge – sachkundige Erörterung brandheißer Themen</b></p>
<p style="text-align: justify;">Nach der vielversprechenden Premiere im Vorjahr luden im Vorfeld des Symposiums die <b>Philosophicum Dialoge</b> erneut zur vertiefenden Erörterung von brennenden Fragen der Gegenwart. Die rund zweistündigen Podiumsdiskussionen am <b>Dienstag, den 20. September</b> <b>um 10.00 und 15.00 Uhr</b> standen unter dem Titel „<b>Zeitenwende – Wendezeit. Europa im Umbruch</b>“. Unter kundiger Moderation von <b>Judith Belfkih</b>, stellvertretende Chefredakteurin der „Wiener Zeitung“, debattierten am Vormittag die Diplomatin und ehemalige österreichische Außenministerin <b>Ursula Plassnik</b> und der deutsche Philosoph <b>Arnd Pollmann</b>, Professor für Ethik und Sozialphilosophie an der Alice Salomon Hochschule Berlin. Plassnik meinte einleitend, dass sich unsere Wahrnehmung der Wirklichkeit in sicherheitspolitischer Hinsicht ändern müsse. Sei doch der Gewaltverzicht, ein Kern des Gründungsauftrags der Europäischen Union, durch Putins Angriffskrieg massiv in Frage gestellt. Sie sprach von einem „Zeitalter des Endes der Selbstverständlichkeiten und der sich auflösenden Gewissheiten“. Pollmann verortete den Ukraine-Krieg als Teil einer Gesamtkrise seit rund 20 Jahren, die einen Epochenumbruch, ja das Ende der Moderne darstellen könnte. Er vertritt die Ansicht, dass die Ukraine in ihrem Recht auf Selbstverteidigung stärker von der deutschen Politik unterstützt werden müsse. Als Argument führte er die Verteidigung der Menschenrechte und deren universelle Geltung ins Feld. „Die Freiheit empfinden wir als Recht – und haben den Verpflichtungsteil verschlafen“, so Plassnik pointiert. Empfehlungen an die Ukraine, unter gewissen Umständen zu kapitulieren, wertete sie als „Imperialismus des Denkens (…) in Reinkultur“. Beide waren sich darin einig, dass in den kommenden Monaten in der Bevölkerung eine Welle der Angst, stärkerer Verunsicherung und vielfach auch der ökonomischen Not zu gewahren sei. Pollmann zeigte sich abschließend eher pessimistisch. Selbst wenn man Geschichte im Sinne von Hegel als Fortschritt verstehe, könne es beim Fortschreiten auch bergab gehen. „Was macht das mit der Gesellschaft, den Menschen, wenn uns die Perspektive, dass es langfristig bergauf geht, abhandenkommt?“, so seine Frage. Plassnik – aus der politischen Praxis kommend, wie sie betonte – plädierte hingegen für Ermutigung und Aufklärung seitens der Politik: Sagen, was ist, und ins Handeln kommen.</p>
<p style="text-align: justify;">Am Nachmittag trat dann <b>Rosemarie Schwaiger</b>, freie Journalistin und Kolumnistin, in Dialog mit <b>Ivo Mijnssen</b>, NZZ-Korrespondent in Wien, der erst vor Kurzem aus Kiew zurückkehrte. Die Ukrainer hätten ein großes Bedürfnis zu erzählen, wobei dies wie eine Traumatherapie und zugleich eine Re-Traumatisierung wirken dürfte, so der Journalist, der auch von Ermüdungserscheinungen in der Bevölkerung berichtete. Schwaiger zeigte sich bezüglich der Reaktionen hier und andernorts überrascht, „wie rasch der Pazifismus über Bord geworfen wurde“. Die wichtigste Frage für unsere Politiker sollte sein: Was ist für uns das Beste? Stattdessen stünde in deren Statements stets an erster Stelle, dass wir ein Opfer bringen müssen, so ihr Eindruck. Mijnssen dagegen betonte, dass dieser Angriffskrieg ein Tabubruch sondergleichen sei und es Putin nicht nur um die Ukraine ginge, sondern darum die NATO-Erweiterung seit 2004 rückgängig zu machen. Schwaiger meinte zu einem weiteren Aspekt: „Zu sagen, die Ukraine verteidigt europäische Werte, finde ich etwas inkonsequent. Dann müssen wir es selbst machen.“ Zur Sprache kam auch die Rolle der Medien, wobei Schwaiger einen Gap zwischen veröffentlichter und öffentlicher Meinung konstatierte, dem Mijnssen mit Verweis auf rege Debatten wie zu den Sanktionen widersprach. Moderatorin Judith Belfkih fragte abschließend, was in der täglichen journalistischen Arbeit getan werden kann, um die Echokammer aufzubrechen. Die Ideen von Schwaiger und Mijnssen fasste sie folgendermaßen zusammen: Entschleunigung, Twitter meiden, raus aus der Empörung, raus aus der Bubble und neugierig bleiben.</p>
<p style="text-align: justify;"><b>Philosophisch-literarischer Vorabend und Präsentation des Jubiläumsbandes </b></p>
<p style="text-align: justify;">Großen Anklang bei der Zuhörerschaft fand wie schon gewohnt der <b>philosophisch-literarische Vorabend</b>am <b>Mittwoch, den 21. September</b>. Diesmal stand das Wechselspiel von<b> Michael Köhlmeiers</b>unterhaltsamen Nacherzählungen und <b>Konrad Paul Liessmanns</b> philosophischen Reflexionen dazu unter dem Leitmotiv „<b>Zeit zu lieben. Zeit zu hassen</b>“. Den Anfang machte eine weitgehend unbekannte Geschichte im Umfeld der Bibel, die lange Zeit verboten, somit vergessen war und die erklärt, worauf der Hass von Kain auf Abel gründete, so Köhlmeier. Liessmann erkannte darin ein Beispiel für die Logik und Dynamik, die das Umschlagen der Liebe in Hass mit sich bringt. Es folgte die Argonautensage bis hin zu Medeas Ermorden ihrer Kinder, was der Philosoph im Sinne einer Konfliktsituation so deutete, dass unter gewissen Bedingungen der Hass immer stärker sein wird als die Liebe. Als Drittes zeichnete Köhlmeier die Nibelungensage nach, woraus Liessmann wiederum destillierte, dass die Kraft der großen Liebe die Quelle für den großen Hass ist.</p>
<p style="text-align: justify;">Abgerundet wurde der Abend von der Präsentation des Jubiläumsbandes „<b>Der Geist im Gebirge</b>“, erschienen im Zsolnay Verlag, zu der Moderatorin <b>Katharina Lacina</b> die drei Gründungsväter des Philosophicum Lech – Michael Köhlmeier, Ludwig Muxel<b> </b>und Konrad Paul Liessmann – aufs Podium bat. Die Drei gaben Erinnerungen an die Anfänge des Symposiums oder auch an besonders eindrückliche Vorträge zum Besten – wie den fulminanten Auftakt von Rüdiger Safranski über das Böse oder jenen von Eugen Drewermann, der etliche im Publikum zu Tränen rührte. Liessmann berichtete von der schwierigen Auswahl von jeweils nur einem Vortrag aus jedem der 25 Jahre. In seinen Schlussworten zeigte er sich zuversichtlich, dass auch bei einem weiteren Vierteljahrhundert des Philosophicum Lech der reiche Wissensschatz der Philosophie noch längst nicht ausgeschöpft sein wird und dass es auch nicht an Problemen mangeln werde, welche die Menschheit sich selbst bereitet.</p>
<p style="text-align: justify;">Als Rahmenprogramm wurde bereits am Morgen, um 8.30 Uhr zu „<b>HOHE LUFT – Philosophieren am Berg</b>“ ins Panoramarestaurant am Rüfikopf geladen, wo die Philosophin, Journalistin und Autorin <b>Svenja Flaßpöhler</b>mit dem Autor <b>Tomas Vašek</b>, Chefredakteur des Philosophiemagazins Hohe Luft, diskutierte. Des Weiteren bieten sich während des Philosophicum Lech die Ausstellung „<b>FESCH! Mode für den Schnee</b>“ des Lechmuseums im Huber-Hus sowie jene des Vorarlberger Bildhauers <b>Hermann Nachbaur</b> unter dem Titel „Rotkäppchen“. Zudem Führungen zum magischen Lichtraum „<b>Skyspace Lech</b>“. Highlights werden das Konzert mit dem <b>Alban Berg Ensemble Wien</b> am <b>Samstag, den 24. September um 21 Uhr</b> in der Neuen Kirche Lech und die <b>feierliche Verleihung des</b> <b>Tractatus</b> – Essaypreis des Philosophicum Lech am <b>Freitag, 23. September, 21 Uhr</b> im sport.park.lech sein.</p>
<p style="text-align: justify;">Weitere Informationen auf <a href="http://www.philosophicum.com/">www.philosophicum.com</a></p>
<p style="text-align: justify;"><strong><span style="color: #fa048e;">Pressemitteilung als PDF: </span></strong><a href="http://archiv.si-kommunikation.com/_wordpress/wp-content/uploads/PHI-2022_PM-3_23.09.2022.pdf" class="mtli_attachment mtli_pdf">PHI-2022_PM 3_23.09.2022</a></p>
</div>
<p style="text-align: justify;">Pressefotos zum Download. Credit: Philosophicum Lech©Florian Lechner</p>


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		<title>Preisträgerin des Tractatus 2022 ist die Autorin Marie Luise Knott</title>
		<link>http://archiv.si-kommunikation.com/preistragerin-des-tractatus-2022-ist-die-autorin-marie-luise-knott/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Sep 2022 15:30:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[25. Philosophicum Lech]]></category>

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		<description><![CDATA[Preisträgerin des Tractatus 2022 ist die Autorin Marie Luise Knott, die in ihrem Buch „370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive“ die Erfahrungs- und Gedankenwelt der Philosophin Hannah Arendt und des Schriftstellers Ralph Ellison in Beziehung setzt und so neue Perspektiven auf Debatten um Rassismus und Identitätspolitik eröffnet. Der mit 25.000 Euro dotierte Tractatus wird alljährlich [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<div>
<h2 align="left"><b style="font-size: 13px;">Preisträgerin des Tractatus 2022 ist die Autorin Marie Luise Knott, die in ihrem Buch „370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive“ die Erfahrungs- und Gedankenwelt der Philosophin Hannah Arendt und des Schriftstellers Ralph Ellison in Beziehung setzt und so neue Perspektiven auf Debatten um Rassismus und Identitätspolitik eröffnet.<span id="more-6557"></span></b></h2>
<p><i>Der mit 25.000 Euro dotierte Tractatus wird alljährlich vom Verein Philosophicum Lech für herausragende Leistungen im Bereich der philosophischen Essayistik vergeben. Er soll verlässlich Auskunft über höchste Qualität geben und versteht sich als ein Beitrag zur Standortbestimmung in philosophisch und gesellschaftlich relevanten Diskursen. Exemplarisch prämiert mit dem Tractatus 2022 wird ein Buch der deutschen Autorin, Kritikerin und Übersetzerin Marie Luise Knott. In „370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison“ setzt sie die Gedankenwelt der deutsch-jüdisch-amerikanischen Philosophin sowie des afroamerikanischen Schriftstellers vor dem historischen Hintergrund in Relation, wobei sich neue Sichtweisen auf derzeit hochbrisante Debatten auftun. „Wie sich Gesellschaften nachhaltig verändern lassen und wie wir lernen, uns als Gleiche anzuerkennen, ist die Kernfrage, bei der Marie Luise Knott ansetzt“, wird in der Jurybegründung u. a. die hohe Relevanz und Aktualität des Werks gewürdigt. Die feierliche Verleihung des Tractatus 2022 findet am Freitag, den 23. September um 21 Uhr im Rahmen des Philosophicum Lech statt, das heuer sein 25-jähriges Jubiläum begeht. Unter dem Titel „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ wird sich die Tagung von 20. bis 25.09.2022 einem ebenso weitreichenden wie brandheißen Thema widmen.  </i><a href="http://www.philosophicum.com/">www.philosophicum.com</a></p>
<p>Um überragenden Publikationen auf dem zunehmend an Bedeutung und Brisanz gewinnenden Feld geistiger Auseinandersetzung und Standortbestimmung entsprechende Anerkennung und größere Resonanz zu verleihen, wurde 2009 der Tractatus ins Leben gerufen. Angeregt vom Vorarlberger Schriftsteller Michael Köhlmeier und dank privater Sponsoren mit 25.000 Euro hoch dotiert, gilt der Essay-Preis des Philosophicum Lech seither auf diesem Gebiete als einer der renommiertesten im deutschsprachigen Raum. Die Liste der prämierten Werke (<a href="http://www.philosophicum.com/tractatus/der-tractatus">www.philosophicum.com/tractatus/der-tractatus</a>) lässt die enorme Bandbreite philosophisch-kulturwissenschaftlicher Essayistik erkennen und kündet zugleich von jeweils großer Brillanz. Zentrale Kriterien für die Vergabe des Tractatus sind die Originalität des Denkansatzes, die Gelungenheit der sprachlichen Gestaltung und die Relevanz des Themas. Unter Vorsitz des wissenschaftlichen Leiters des Philosophicum Lech Konrad Paul Liessmann (nicht stimmberechtigt) berät die hochkarätig besetzte Jury – bestehend aus der Philosophin Barbara Bleisch (CH), dem Schriftsteller und ehemaligen Verleger Michael Krüger (D) und dem Autor und Journalisten Thomas Vašek (A) – bereits ab Frühjahr über die engere Auswahl preisverdächtiger Publikationen. Die jeweils im Juli veröffentlichte Shortlist versteht sich als ausdrückliche Würdigung und Lektüreempfehlung.</p>
<p><a href="http://www.philosophicum.com/tractatus/shortlist/shortlist-2022">www.philosophicum.com/tractatus/shortlist/shortlist-2022</a></p>
<p>Nach ausführlicher Jurydiskussion fiel heuer die Wahl auf das Buch „<b>370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison</b>“ der in Berlin lebenden freien Autorin, Kritikerin und Übersetzerin <b>Marie Luise Knott</b>. Titelgebend für das im März 2022 im Verlag <b>Matthes &amp; Seitz Berlin</b> erschienene Buch ist, dass die berühmte jüdische Philosophin, die 1941 in die USA flüchten musste, und einer der wichtigsten afroamerikanischen Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts nur einen Zahlendreher entfernt in derselben Straße wohnten: Hannah Arendt in der Nähe der Columbia University und Ralph Waldo Ellison weiter nördlich in Harlem. Das die beiden tatsächlich Verbindende als Ausgangspunkt für Knotts ideengeschichtlichen Essay ist eine damalige Debatte, zu der sich ein Brief von Arendt an Ellison als Durchschlag in ihrem Nachlass fand. In diesem leistet sie Abbitte für ihre Unbedachtheit in einem 1959 veröffentlichten Aufsatz, in dem sie zu den Ereignissen in Little Rock im Jahre 1957 Stellung nahm. Damals musste die Nationalgarde einschreiten, als Protestierende höchst aggressiv schwarze Jugendliche am Schulbesuch hindern wollten. Ellisons scharfe Replik auf die Ausführungen Arendts im Jahre 1965 quittierte sie in dem Brief u. a. mit „<i>Sie haben völlig Recht</i>“ und dem Geständnis, dass sie „<i>die Komplexität der Lage nicht verstanden habe</i>“.</p>
<p>Dazu erläutert Barbara Bleisch in der Jury-Begründung einleitend: „<i>Wer sich heute vertieft mit Hannah Arendt auseinandersetzen will, kommt nicht umhin, bei aller Bewunderung für die politische Denkerin zuzugestehen, dass sie nach ihrer Emigration in die USA dem amerikanischen Rassismus gegenüber seltsam blind zu bleiben schien. Ihr Essay ‚</i><i>Reflections on Little Rock‘</i><i> sorgte bereits bei seinem Erscheinen 1959 für tiefe Irritation, weil Arendt mit Blick auf die Frage, wie die Segregation an öffentlichen Schulen zu beheben sei, Kritik an der Bürgerrechtsbewegung übte. Ihre Skepsis gründete in Arendts Verständnis von Öffentlichkeit und Privatsphäre und ihrer Sorge, Kinder für politische Zwecke zu missbrauchen.</i>“ Auch die Kritik liberaler Freunde prallte zunächst an Arendt ab.</p>
<p>Anhand 17 erhellender „Hinweise“ werden von Marie Luise Knott die Hintergründe von Hannah Arendts Brief beleuchtet. Indem sie die gegensätzlichen Standpunkte analysiert und bezüglich unterschiedlicher Erfahrungshorizonte kontextualisiert, entfaltet die Autorin ein eindrückliches Mosaik an tiefgreifenden Reflexionen. Auch auf Gemeinsamkeiten von Arendt und Ellison wird verwiesen, haben sich bspw. doch beide gegen eine Verfestigung von Identitätsschemata gewendet. Dass ihr Buch als Beitrag zur derzeitigen Rassismus-Debatte verstanden werden kann, mache die Sache nicht einfacher, wie Knott anmerkt. „Doch über aktuelle Themen nachzudenken, ohne die historische Dimension mitzudenken, ist unmöglich.“ Diese von Knott mit Bravour vorgeführte Herangehensweise würdigend, heißt es in der Begründung der Tractatus-Jury: „<i>Indem sie Arendts Denkwelten mit jenen des afroamerikanischen Schriftstellers Ralph Ellison konterkariert, wirft sie nicht nur neue Sichtweisen auf jüdische und afroamerikanische Erfahrungen im 20. Jahrhundert, sondern auch auf brandaktuelle Debatten um Rassismus und Identitätspolitik. Der profunden Arendt-Kennerin Marie Luise Knott, die bereits 2011 mit einem Buch über die Philosophin von sich reden machte, gelingt es mit ‚</i><i>370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison‘</i><i>, den eigenen Anspruch einer ‚Gedankenexkursion‘ stilsicher und kenntnisreich einzulösen.“ </i>Abschließend hebt Bleisch die durch den prämierten Essay deutlich werdende Haltung von Hannah Arendt hervor:<i> „In der Lektüre begegnet einem eine Philosophin, die zugesteht, sich geirrt zu haben – und gerade in ihrer Sehnsucht danach, aufrichtig verstehen zu wollen, bis heute beeindruckt.“</i></p>
<p><span style="text-decoration: underline;">Pressestimmen:</span></p>
<p><i>„Marie Luise Knott schreibt elegant, einfühlsam, gedankenreich. Sie spricht von Arendts ‚Sang und Klang‘ – und hat ihren eigenen. Sie packt heikle Themen an und tut dies zugleich behutsam und bestimmt.“ </i>Dieter Thomä, Frankfurter Allgemeine Zeitung</p>
<p><i>„Das Verständnis für unaufhebbare Erfahrungsunterschiede und die Akzeptanz des Verschiedenseins prägen [Marie Luise Knotts] Lektüre von Arendt und Ellison. […] Ihr Buch legt analytisch-erzählend beider Unterschiede frei, um ein mögliches gemeinsames Drittes in den Blick zu bekommen.“ </i>Thomas Meyer, DIE ZEIT <i> </i></p>
<p><i>„Marie Luise Knott folgt in ihrem lesenswerten Buch Hannah Arendt und Ralph Ellison, deren Denken sich in vielem ähnelt.“ </i>Ulrich Gutmair, Philosophie Magazin</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Zur öffentlichen Verleihung des Tractatus wird am <b>Freitag, den </b><b>23. September 2022 um 21:00 Uhr</b> geladen. Den Höhepunkt werden die Laudatio, diesmal gehalten von Barbara Bleisch, und die Dankesrede der Preisträgerin bilden. Zum festlichen Rahmen gehört u. a. die Uraufführung eines eigens für diesen Anlass komponierten Streich-Trio-Satzes von Marcus Nigsch. Der Festakt wird nur eines der Glanzlichter des <b>25.</b><b>Philosophicum Lech</b> sein. Bei der Jubiläumsveranstaltung <b>von</b> <b>20. bis 25. September 2022 </b>werden wieder namhafte Vortragende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum das Thema „<b>Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls</b>“ in seiner ganzen Bandbreite ausloten und mit dem Publikum diskutieren. Den Auftakt geben am <b>Dienstag, den 20. September</b> die „<b>Philosophicum Dialoge</b>“, die nach ihrer erfolgreichen Premiere im letzten Jahr diesmal unter dem Titel „<b>Zeitenwende – Wendezeit: Europa im Umbruch</b>“ stehen. Stets am Puls der Zeit steht die transdisziplinäre Tagung bereits seit einem Vierteljahrhundert für anregenden geistigen Austausch in der einladenden Höhenregion von <b>Lech am Arlberg</b>.</p>
</div>
<p><span style="text-decoration: underline;"><b>Zur Person und zu den früheren Publikationen von Marie Luise Knott</b></span></p>
<p>Marie Luise Knott lebt als freie Autorin, Herausgeberin, Übersetzerin und Kritikerin in Berlin. 1953 in Köln geboren, war sie zunächst als Verlagslektorin, später als Herausgeberin, literarische Übersetzerin und dann als Zeitungsmacherin tätig: Von 1995 bis 2006 gründete und leitete sie die deutschsprachige LE MONDE diplomatique. Knott ist seit vielen Jahren eng mit Arendts Werk vertraut; so erschien, von ihr herausgegeben: „Zur Zeit. Politische Essays“ (1986), „Vor Antisemitismus ist man nur noch auf dem Monde sicher. Beiträge für die deutsch-jüdische Emigrantenzeitung ‚Aufbau‘ 1941–1945“ (2000); „Hannah Arendt / Gershom Scholem. Der Briefwechsel 1939-1964“ (2010), „Was heißt persönliche Verantwortung in einer Diktatur?“ (2018) und „Wir Juden. Schriften 1932-1966“ (2019). Ab 2009 war Marie Luise Knott Mitglied zahlreicher literarischer Jurys. Sie ist Vorstandsmitglied des Deutschen Übersetzerfonds, wo sie mehrere Essaybände initiierte und mitherausgab (darunter 2017: „Denn wir haben Deutsch. Luthers Sprache aus dem Geist der Übersetzung“). Von der kanadischen Dichterin Anne Carson, die im englischsprachigen Raum zu den bedeutendsten Dichterinnen der Gegenwart zählt, übersetzte sie „Anthropologie des Wassers“ (2014), „Albertine. 59 Liebesübungen + Appendices“ (2017) und „Irdischer Durst“ (2020), alle erschienen bei Matthes &amp; Seitz Berlin. 2021 kuratierte Marie Luise Knott gemeinsam mit Uljana Wolf die Ausstellung „<b>Die Hochsee der Ilse Aichinger. Ein unglaubwürdiger Reiseführer zu ihrem 100. Geburtstag</b>“, die zunächst in Berlin und ab 31. Oktober 2022 in Salzburg zu sehen sein wird. Neben Beiträgen und Essays für Rundfunk, Zeitungen, Zeitschriften – auch im Online-Magazin Perlentaucher und in der „Frankfurter Anthologie“ – erschien 2011 im Verlag Matthes &amp; Seitz Berlin ihr Band: „<b>Verlernen. Denkwege bei Hannah Arendt</b>“, der für den Leipziger Buchpreis sowie für den Tractatus nominiert war. 2017 veröffentlichte Matthes &amp; Seitz Berlin ihren Essayband „<b>Dazwischenzeiten. 1930 – Wege in der Erschöpfung der Moderne</b>“.</p>
<h3><span style="color: #ea14b2;"><b> <a href="http://archiv.si-kommunikation.com/_wordpress/wp-content/uploads/PM-Tractatus-Preistraegerin-2022.pdf" class="mtli_attachment mtli_pdf"><span style="color: #ea14b2;">PM Tractatus-Preistraegerin 2022</span></a></b></span></h3>
<p><b>Marie Luise Knott</b>:<b> </b>370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison<br />
Matthes &amp; Seitz Berlin, 2022<br />
ISBN 978-3-7518-0344-1<br />
Hardcover mit Schutzumschlag, 145 Seiten<br />
D: 22,00 € | A: 22,70 €</p>

<p>&nbsp;</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Tractatus-Preis des Philosophicum Lech 2022: Shortlist der preiswürdigen Publikationen</title>
		<link>http://archiv.si-kommunikation.com/tractatus-preis-des-philosophicum-lech-2022-shortlist-der-preiswurdigen-publikationen/</link>
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		<pubDate>Mon, 18 Jul 2022 17:28:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[25. Philosophicum Lech]]></category>

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		<description><![CDATA[Lech am Arlberg, 19. Juli 2022. Der Verein Philosophicum Lech gibt hiermit die Shortlist für den „Tractatus – Preis für philosophische Essayistik“ bekannt. Wer die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält, wird Anfang September verkündet. Die feierliche Verleihung findet am 23. September im Rahmen des Philosophicum Lech statt, das heuer sein 25-jähriges Jubiläum feiert.  Die [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><i>Lech am Arlberg, 19. Juli 2022. Der Verein Philosophicum Lech gibt hiermit die Shortlist für den „Tractatus – Preis für philosophische Essayistik“ bekannt. Wer die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung erhält, wird Anfang September verkündet. Die feierliche Verleihung findet am 23. September im Rahmen des Philosophicum Lech statt, das heuer sein 25-jähriges Jubiläum feiert. <span id="more-6533"></span></i></p>
<p>Die Shortlist für den diesjährigen Tractatus steht fest. Sieben Titel hat die dreiköpfige Jury unter Vorsitz von Konrad Paul Liessmann (nicht stimmberechtigt) als finale Anwärter ausgewählt. Dieser Jury gehören die Schweizer Philosophin Barbara Bleisch, der deutsche Schriftsteller und ehemalige Verleger Michael Krüger und der österreichische Autor und Journalist Thomas Vašek an. Bisher ebenfalls als Juroren fungiert haben der Journalist und Autor Helmut A. Gansterer, die Philosophin Ursula Pia Jauch, der Philosoph Rüdiger Safranski sowie der Philosoph und Kulturpublizist Franz Schuh.</p>
<p><b>Folgende 7 Werke sind für die Shortlist zum Tractatus 2022 nominiert </b></p>
<ul>
<li>Christian Bermes: Meinungskrise und Meinungsbildung. Eine Philosophie der Doxa. Felix Meiner Verlag, Hamburg, Januar 2022</li>
<li>Eduard Kaeser: Die Erde ist eine Keimträgerin. Lehren aus der Corona-Pandemie (Schwabe reflexe). Schwabe Verlag, Basel, November 2021</li>
<li>Marie Luise Knott: 370 Riverside Drive, 730 Riverside Drive. Hannah Arendt und Ralph Ellison &#8211; 17 Hinweise. Matthes &amp; Seitz Verlag, Berlin, März 2022</li>
<li>Thomas Macho: Warum wir Tiere essen. Molden Verlag, Wien, März 2022</li>
<li>Barbara Schmitz: Was ist ein lebenswertes Leben? Philosophische und biographische Zugänge. Reclam Verlag, Ditzingen, März 2022</li>
<li>Peter Sloterdijk: Wer noch kein Grau gedacht hat. Eine Farbenlehre. Suhrkamp Verlag, Berlin, April 2022</li>
<li>Natan Sznaider: Fluchtpunkte der Erinnerung. Über die Gegenwart von Holocaust und Kolonialismus. Carl Hanser Verlag, München, Januar 2022</li>
</ul>
<p><b>Zum Tractatus ­– Preis für philosophische Essayistik</b></p>
<p>Der auf Anregung von Schriftsteller Michael Köhlmeier vom Verein Philosophicum Lech ins Leben gerufene Essay-Preis wird 2022 zum vierzehnten Mal vergeben. Er ist dank großzügiger Unterstützung privater Sponsoren mit 25.000 Euro Preisgeld hoch dotiert und eine der wenigen Auszeichnungen für philosophische Essayistik.</p>
<p>„Prämiert werden herausragende Essays oder essayistisch orientierte Sachbücher, die philosophische Fragen für eine breitere Öffentlichkeit verständlich diskutieren und einen Beitrag zu einer nicht nur fachspezifischen Debatte von philosophischen Fragen liefern. Die Originalität des Denkansatzes, die Gelungenheit der sprachlichen Gestaltung und die Relevanz des Themas werden dabei besonders berücksichtigt“, erläutert Konrad Paul Liessmann, wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech, die Intention des Preises.</p>
<p><b>Die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger </b></p>
<ul>
<li>2009 Franz Schuh: Memoiren. Ein Interview gegen mich selbst. Zsolnay Verlag, Wien 2008</li>
<li>2010 Kurt Flasch: Kampfplätze der Philosophie. Vittorio Klostermann Verlag, Frankfurt/M. 2009</li>
<li>2011 Norbert Bolz: Die ungeliebte Freiheit. Ein Lagebericht. Wilhelm Fink Verlag, München 2010</li>
<li>2012 Herbert Schnädelbach: Was Philosophen wissen und was man von ihnen lernen kann. C.H. Beck Verlag, München 2012</li>
<li>2013 Kurt Bayertz: Der aufrechte Gang. Eine Geschichte des anthropologischen Denkens. C.H. Beck-Verlag, München 2012</li>
<li>2014 Peter Bieri: Eine Art zu leben. Über die Vielfalt menschlicher Würde. Carl- Hanser-Verlag, München 2013</li>
<li>2015 Ulrich Greiner: Schamverlust. Rowohlt Verlag, Reinbek 2014</li>
<li>2016 Hartmut Rosa: Resonanz. Suhrkamp Verlag, Berlin 2016</li>
<li>2017 Ralf Konersmann: Wörterbuch der Unruhe. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2017</li>
<li>2018 Thomas Bauer: Die Vereindeutigung der Welt. Über den Verlust an Mehrdeutigkeit und Vielfalt. Philipp Reclam Verlag, Dietzingen 2018</li>
<li>2019 Lisa Herzog: Die Rettung der Arbeit. Ein politischer Aufruf. Hanser Berlin, Berlin 2019</li>
<li>2020 Roberto Simanowski: Todesalgorithmus. Das Dilemma der künstlichen Intelligenz. Passagen Verlag, Wien 2020</li>
<li>2021 Christoph Möllers: Freiheitsgrade: Elemente einer liberalen politischen Mechanik (edition suhrkamp). Suhrkamp Verlag, Berlin 2020</li>
</ul>
<p><b>Verleihung im Rahmen der Jubiläumsveranstaltung des Philosophicum Lech</b></p>
<p>Wer den Tractatus in diesem Jahr erhält, wird am 6. September via Presseinformation bekannt gegeben. Zur Verleihung kommt es dann am 23. September 2022 beim 25. Philosophicum Lech. Dort werden sich von 20. bis 25. September unter dem Titel „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ renommierte Referierende einer vertiefenden transdisziplinären Erörterung und Diskussion der vielschichtigen Emotion widmen. Als ambitionierte Initiative zur Standortbestimmung in philosophisch und gesellschaftlich relevanten Diskursen entspricht der Tractatus ganz dem Selbstverständnis des Philosophicum Lech, das sich seit einem Vierteljahrhundert als herausragender Ort intellektueller Auseinandersetzung etabliert hat.</p>
<p>Weitere Informationen unter www.philosophicum.com</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><span style="color: #ff00ff;"><a href="http://archiv.si-kommunikation.com/_wordpress/wp-content/uploads/PM-Tractatus-Shortlist-2022.pdf" class="mtli_attachment mtli_pdf">PM Tractatus Shortlist 2022</a></span></p>

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		</item>
		<item>
		<title>PRESSE-INFORMATION JUNI 2022 &#8211; 25. Philosophicum Lech</title>
		<link>http://archiv.si-kommunikation.com/presse-information-juni-2022-25-philosophicum-lech/</link>
		<comments>http://archiv.si-kommunikation.com/presse-information-juni-2022-25-philosophicum-lech/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 22 Jun 2022 07:17:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[25. Philosophicum Lech]]></category>

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		<description><![CDATA[Thema des 25. Philosophicum Lech – von 20. bis 25. September 2022 in Lech am Arlberg – ist ein allgegenwärtiges, bedenkliches Phänomen. Unter dem Titel „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ werden sich renommierte Referierende einer vertiefenden transdisziplinären Erörterung und Diskussion der vielschichtigen Emotion widmen. Veranstaltungsort ist der sport.park.lech, eine frühzeitige Online-Anmeldung wird empfohlen. Den [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p><b>Thema des 25. Philosophicum Lech – von 20. bis 25. September 2022 in Lech am Arlberg – ist ein allgegenwärtiges, bedenkliches Phänomen. Unter dem Titel „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ werden sich renommierte Referierende einer vertiefenden transdisziplinären Erörterung und Diskussion der vielschichtigen Emotion widmen. <span id="more-6467"></span>Veranstaltungsort ist der sport.park.lech, eine frühzeitige Online-Anmeldung wird empfohlen. Den Auftakt geben erneut die Philosophicum Dialoge, die unter dem Betreff „Zeitenwende – Wendezeit. Europa im Umbruch“ ebenfalls eine hochaktuelle Problematik in den Fokus nehmen. Aus Anlass des Jubiläums erscheint am 22.08.2022 das Buch „Der Geist im Gebirge. 25 Jahre Philosophicum Lech“.  </b><a href="http://www.philosophicum.com/">www.philosophicum.com</a></p>
<p><b> </b>„In der Ablehnung von Hass und Hetze sind sich alle einig. Aber selten wird gefragt, was Hass eigentlich für ein Gefühl ist, aus welchen Quellen es sich speist, was das Aggressive, Verletzende und Verstörende am Hass ausmacht, aber auch, was das Befriedigende, vielleicht sogar Lustvolle am Hass sein kann“, wirft <b>Konrad Paul Liessmann</b>, wissenschaftlicher Leiter des Philosophicum Lech, in seinem Editorial bereits ein Schlaglicht auf die Ambivalenz und Vielschichtigkeit eines Phänomens, das nicht nur im Netz ein bedrohliches Ausmaß angenommen hat. Wie gewohnt wird dieses beim <b>25. Philosophicum Lech</b>, <b>von 20. bis 25. September 2022 in Lech am Arlberg</b>, sowohl hinsichtlich seiner aktuellen gesellschaftspolitischen Dimension und Relevanz als auch bezüglich grundlegender Fragen thematisiert. „Wo verlaufen die Grenzen zwischen Kritik, Abneigung, Antipathie, Missbilligung und Hass? In welchem Verhältnis steht der Hass zu anderen starken Affekten wie Neid und Eifersucht, Angst und Demütigung, Machtwünschen und Ohnmachtserfahrungen?“, gibt Liessmann beispielsweise zu bedenken und verweist auch auf den Charakter des Hasses als Kehrseite der Liebe, weshalb bei der Analyse tiefer anzusetzen sei.</p>
<p>Für die umfassende transdisziplinäre Erörterung des Themas „<b>Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls</b>“ werden namhafte Vortragende aus den Geistes- und Humanwissenschaften, der Philosophie und Psychologie garantieren. Im Folgenden ein Überblick – weitere Informationen zu den Personen und Vorträgen finden sich auf der Website und im Programmfolder zum Download: <a href="https://www.philosophicum.com/fileadmin/sitedata/download/2022/20220505_PH22_25-Philosophicum_Programmfolder_f%C3%BCr_Homepage.pdf" class="mtli_attachment mtli_pdf" target="_blank">Programmfolder 2022 als PDF</a></p>
<p><b>Die Referentinnen und Referenten des 25. Philosophicum Lech auf einen Blick</b></p>
<p>Als Vortragende beim Symposium geladen sind, in alphabetischer Reihenfolge: <b>Christoph Demmerling</b>, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie mit Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und u. a. Mitherausgeber der „Deutschen Zeitschrift für Philosophie“. Des Weiteren die Philosophin, Journalistin und Autorin <b>Svenja Flaßpöhler</b>, Chefredakteurin des Philosophie Magazins und Co-Programmleiterin des internationalen Philosophie-Festivals „phil.cologne“. Ebenfalls aus Printmedien und Fernsehen bekannt ist <b>Reinhard Haller</b>, Psychiater, Psychotherapeut und forensisch-psychiatrischer Gerichtsgutachter. Ferner wird der Sozialwissenschaftler und Unternehmensberater <b>Bernhard Heinzlmaier</b>, Mitbegründer des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien und Leiter des Marktforschungsunternehmens T-factory in Hamburg, referieren. Weiters der Religionsphilosoph, Koran-Übersetzer, Dichter und Mitherausgeber von „Kalliope. Zeitschrift für Literatur und Kunst“ <b>Ahmad Milad Karimi</b>, Professor für Kalām, islamische Philosophie und Mystik an der Universität Münster. Weitere Vortragende sind <b>Hilge Landweer</b>, Professorin an der Freien Universität Berlin mit den Arbeitsbereichen Phänomenologie, praktische Philosophie und interdisziplinäre Geschlechterforschung, und <b>Bernhard Pörksen</b>, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, bekannt durch seine Bücher (wie „Die Kunst des Miteinander-Redens“, gem. mit Schulz von Thun), Arbeiten zur Skandalforschung sowie Kommentare und Essays in div. Medien zu medienpolitischen Debatten. Zudem referieren <b>Alexander Somek</b>, Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, sowie <b>Ingrid Vendrell Ferran</b>, Philosophin mit Schwerpunkt auf den Bereichen Philosophie des Geistes, Phänomenologie, Erkenntnistheorie und Ästhetik. Und schließlich die deutsche Politikwissenschaftlerin <b>Barbara Zehnpfennig</b>, Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Passau und u. a. Mitherausgeberin der deutschen „Zeitschrift für Politik“.</p>
<p><b>Philosophicum Dialoge, weitere Auftaktveranstaltungen und Rahmenprogramm</b></p>
<p>Nach der erfolgreichen Premiere im Vorjahr greifen die <b>Philosophicum Dialoge</b> auch heuer wieder eine vom Tagungsthema unabhängige, brisante Materie auf. „<b>Zeitenwende – Wendezeit. Europa im Umbruch</b>“ lautet der Titel, unter dem am <b>Dienstag, den 20. September 2022</b> vormittags sowie nachmittags zwei hochkarätig besetzte Diskussionsrunden stattfinden. Unter der Leitung von <b>Judith Belfkih</b>, stellvertretende Chefredakteurin der „Wiener Zeitung“, werden u. a. die Diplomatin und ehemalige österreichische Außenministerin <b>Ursula Plassnik</b> und der deutsche Philosoph <b>Arnd Pollmann</b>, Professor für Ethik und Sozialphilosophie an der Alice Salomon Hochschule Berlin, debattieren. Die weiteren Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Wissenschaft, Kunst und Medien werden im Laufe des Sommers auf der Website bekanntgegeben. Am <b>Mittwoch, den 21. September, um 18.00 Uhr</b> stimmt dann der bereits traditionelle <b>philosophisch-literarische Vorabend</b> auf das Jahresthema ein. Die atmosphärischen Erzählungen von Schriftsteller <b>Michael Köhlmeier</b>, Ideengeber und Mitbegründer des Philosophicum Lech, im Wechselspiel mit deren philosophischer Ad-hoc-Interpretation von <b>Konrad Paul Liessmann</b> stehen diesmal unter dem spannungsvollen Titel „<b>Zeit zu lieben. Zeit zu hassen</b>“.</p>
<p>Am <b>Donnerstag, den 22. September, um 08.30 Uhr</b> stehen die beiden Veranstaltungen <b>HOHE LUFT_Philosophieren am Berg</b> im Panoramarestaurant Rüfikopf sowie die Exkursion zum <b>Philosophieren im Kunsthaus Bregenz</b> zur Wahl. Als Auftakt zur offiziellen Eröffnung findet dann <b>um 15.00 Uhr</b> unter Patronanz des Hauptsponsors das <b>Magna-</b><b>Impulsforum </b>statt, das sich der Frage „<b>Hass im Leben – Hass im Netz: Werden die sozialen Medien überschätzt?</b>“ stellen wird. Zur Debatte unter der Leitung des Journalisten und Fernsehmoderators <b>Michael Fleischhacker</b> geladen sind die österreichische Kabarettistin und Autorin <b>Lisa Eckhart</b>, die ehemalige Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat für die Grünen und Beraterin für Nachhaltigkeit <b>Eva Glawischnig</b>, die österreichische Journalistin, Chefreporterin von „Die Welt“ <b>Anna Schneider</b> und der deutsche Journalist, Autor und Filmemacher <b>Patrick Stegemann</b>. Der <b>offiziellen Eröffnung des 25. Philosophicum Lech um 17.00 Uhr </b>folgen der Vortrag von <b>Günther Apfalter</b>, President Magna Europe &amp; Asia, unter dem Titel „<b>Hassen Sie auch SUVs? – Zur Sehnsucht nach Einfachheit in einer komplexen Welt</b>“, sowie das <b>Impulsreferat zum Jahresthema</b> von <b>Konrad Paul Liessmann</b>, Professor i. R. für Philosophie an der Universität Wien und u. a. österreichischer „Wissenschaftler des Jahres“ 2006.</p>
<p>Zu den weiteren Highlights des Rahmenprogramms zählen die <b>feierliche </b><b>Verleihung des Tractatus</b> – dank privater Sponsoren hochdotierter, international angesehener Essay-Preis des Philosophicum Lech – am <b>Freitag, den 23. September 2022, um 21.00 Uhr</b> sowie das <b>Konzert in Kooperation mit der Hilti Foundation</b> am <b>Samstag, den 24. September 2022, um 21 Uhr</b>.  Zudem werden <b>Sonderführungen zum</b><b>Skyspace Lech</b> am Freitag und Samstag, 23. und 24. September 2022 um 06.00 sowie 18.40 Uhr, während der Morgen- und Abenddämmerung angeboten.</p>
<p>Weitere Informationen und Anmeldung auf  <a href="http://www.philosophicum.com/">www.philosophicum.com</a></p>
<p><a href="http://archiv.si-kommunikation.com/_wordpress/wp-content/uploads/PHI-2022_PM-3_22.06.22.pdf" class="mtli_attachment mtli_pdf">PHI-2022_PM 3_22.06.22</a></p>
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		<item>
		<title>PM &#8211; Anmeldestart 25. Philosophicum Lech 2022 von 20. bis 25. September</title>
		<link>http://archiv.si-kommunikation.com/6396/</link>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2022 07:53:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christina</dc:creator>
				<category><![CDATA[25. Philosophicum Lech]]></category>

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		<description><![CDATA[PRESSE-INFORMATION März 2022 Unter dem Titel „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ befasst sich das 25. Philosophicum Lech mit einem in vielfacher Hinsicht grassierenden, beunruhigenden Phänomen. Aus demgemäß unterschiedlichsten Perspektiven werden Vortragende aus Geistes- und Humanwissenschaften, Philosophie und Psychologie von 20. bis 25. September 2022 in Lech am Arlberg dazu referieren und mit dem Publikum [...]]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>PRESSE-INFORMATION März 2022</p>
<p><b>Unter dem Titel „Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls“ befasst sich das 25. Philosophicum Lech mit einem in vielfacher Hinsicht grassierenden, beunruhigenden Phänomen. Aus demgemäß unterschiedlichsten Perspektiven werden Vortragende aus Geistes- und Humanwissenschaften, Philosophie und Psychologie von 20. bis 25. September 2022 in Lech am Arlberg dazu referieren und mit dem Publikum diskutieren. Die Online-Anmeldung startet am 4. April 2022, Veranstaltungsort ist der sport.park.lech. Ebenso wie Letzterer feierte im Vorjahr der zusätzliche Programmpunkt „Philosophicum Dialoge“ Premiere. Diese widmen sich am Dienstag, den 20. September vor- sowie nachmittags dem Thema „Zeitenwende – Wendezeit. Europa im Umbruch“. Das weitere Programm entspricht den über viele Jahre entwickelten, bewährten Formaten, die das Philosophicum Lech seit einem Vierteljahrhundert auszeichnen. Aus Anlass des Jubiläums erscheint der Sammelband „Der Geist im Gebirge“ im Zsolnay Verlag, hrsg. vom wissenschaftlichen Leiter Konrad Paul Liessmann.<span id="more-6396"></span></b></p>
<p>Die Geburtsstunde des Philosophicum Lech schlug am 18. September 1997 und verdankt sich einem Gedankenaustausch des Vorarlberger Schriftstellers <b>Michael Köhlmeier</b> mit dem damaligen Bürgermeister <b>Ludwig Muxel</b>, dem heutigen Obmann des Vereins Philosophicum Lech. Sein langjähriger Vorgänger in letzterer Funktion <b>Guntram Lins</b>, damals Kulturlandesrat von Vorarlberg, trug mit seinem Engagement das Seinige zum rasch wachsenden Erfolg der transdisziplinär organisierten Tagung bei. Er war es auch, der den an der Universität Wien wirkenden Philosophen <b>Konrad Paul Liessmann</b> als Verantwortlichen für deren Inhalt vorschlug. Seit Beginn an macht dieser sich als wissenschaftlicher Leiter des internationalen Symposiums um dessen Entwicklung und Profilierung verdient. „In Lech am Arlberg treffen seit einem Vierteljahrhundert die großen Fragen der Philosophen auf die Entwicklungen, Krisen und Konflikte unserer Zeit“, merkt er einleitend im Jubiläumsband „<b>Der Geist im Gebirge. 25 Jahre Philosophicum Lech</b>“ an, der am 22.08.2022 im Paul Zsolnay Verlag erscheint und Einblick in die Geschichte der Veranstaltungsreihe geben wird.</p>
<p>Am Puls der Zeit, ihrer Krisen und Konflikte zeigt sich auch das diesjährige Thema „<b>Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühl</b>s“, dessen vielfältigen Aspekte sowohl in Hinblick auf aktuelle, Besorgnis erregende gesellschaftliche Entwicklungen als auch auf grundlegende Fragen zu dieser ewig menschlichen Emotion beleuchtet werden. „In der Ablehnung von Hass und Hetze sind sich alle einig. Aber selten wird gefragt, was Hass eigentlich für ein Gefühl ist, aus welchen Quellen es sich speist, was das Aggressive, Verletzende und Verstörende am Hass ausmacht, aber auch, was das Befriedigende, vielleicht sogar Lustvolle am Hass sein kann“, verweist Konrad Paul Liessmann in seinem Editorial zum <b>25. Philosophicum Lech</b>bereits auf eine Ambivalenz dieses so vielschichtigen wie vielgestaltigen Phänomens. Entsprechend weitgespannt ist der Themenbogen, zu dem <b>von 20. bis 25. September 2022</b> in <b>Lech am Arlberg</b> namhafte Vortragende diverser Disziplinen referieren und mit den Teilnehmenden diskutieren werden. So ist auch im Jubiläumsjahr mit starkem Interesse von Medien und Publikum aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu rechnen, weshalb eine frühe Anmeldung empfohlen sei.</p>
<p><b>Auftakt: „Philosophicum Dialoge“ sowie philosophisch-literarischer Vorabend</b></p>
<p>Nach der gelungenen Premiere im vorigen Jahr laden die <b>Philosophicum Dialoge</b> erneut im Vorfeld des Symposiums zur Auseinandersetzung mit einer brisanten Materie, die unabhängig von jener der Tagung ist, doch diesmal durchaus Brücken zu dieser schlagen ließe. „<b>Zeitenwende – Wendezeit. Europa im Umbruch</b>“ lautet das Thema, zu dem am <b>Dienstag, den 20. September 2022</b> vormittags sowie nachmittags Diskussionsrunden stattfinden. Die prominenten Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Kunst und Medien, aus denen sich die zwei Forumsgespräche zusammensetzen, werden im Laufe des Sommers auf der Website bekanntgegeben. Die beiden Veranstaltungen sind mit der Pauschale für das Philosophicum Lech wie auch unabhängig davon buchbar. Als seit vielen Jahren bewährter und geschätzter Programmpunkt wird am <b>Mittwoch, den 21. September, um 18.00 Uhr</b> beim <b>philosophisch-literarischen Vorabend</b> eine unterhaltsame Einstimmung auf das Jahresthema geboten. Das reizvolle Wechselspiel zwischen den Erzählungen von <b>Michael Köhlmeier</b> und deren daran anschließender, spontaner Interpretation von <b>Konrad Paul Liessmann</b> steht diesmal unter dem spannungsgeladenen Titel „<b>Zeit zu lieben. Zeit zu hassen</b>“.</p>
<p><b>Magna-Impulsforum und feierliche Eröffnung des 25. Philosophicum Lech</b></p>
<p>Am <b>Donnerstag, den 22. September</b>, <b>um 15.00 Uhr</b> findet unter Patronanz des Hauptsponsors das <b>Magna-</b><b>Impulsforum</b> statt. Unter Leitung des Journalisten und Fernsehmoderators <b>Michael Fleischhacker</b> wird die Podiumsdiskussion zur Frage „<b>Hass im Leben – Hass im Netz: Werden die sozialen Medien überschätzt?</b>“ unterschiedlichste Perspektiven darauf zutage fördern. Zur Debatte geladen sind die österreichische Kabarettistin und Autorin <b>Lisa Eckhart</b>, die ehemalige Abgeordnete zum österreichischen Nationalrat für die Grünen und Beraterin für Nachhaltigkeit <b>Eva Glawischnig</b>, der deutsche Journalist, Autor und Filmemacher <b>Patrick Stegemann</b>, der österreichische Philosoph und Professor für Rechtsphilosophie, Rechtssoziologie und Rechtsinformatik an der Karl-Franzens-Universität in Graz <b>Peter Strasser</b> u. a. Um <b>17.00 Uhr</b> erfolgt dann <b>die offizielle Eröffnung des 25. Philosophicum Lech</b> durch den Bürgermeister von Lech <b>Gerhard Lucian</b>, den Vereinsobmann <b>Ludwig Muxel</b>, den Landeshauptmann von Vorarlberg Mag. <b>Markus Wallner</b>sowie die österreichische Kunst- und Kulturstaatssekretärin Mag.<sup>a</sup> <b>Andra Mayer</b>. Im Anschluss referiert <b>Günther Apfalter</b>, President Magna Europe &amp; Asia, zum Thema „<b>Hassen Sie auch SUVs? – Zur Sehnsucht nach Einfachheit in einer komplexen Welt</b>“. Abgerundet wird der Eröffnungstag durch den Impulsvortrag von <b>Konrad Paul Liessmann</b> zum Jahresthema „<b>Der Hass. Anatomie eines elementaren Gefühls</b>“.</p>
<p><b>Die Referierenden und Vorträge des 25. Philosophicum Lech auf einen Blick:</b></p>
<p>Den Auftakt am <b>Freitag, den 23. September</b> macht <b>Christoph Demmerling</b>, Inhaber des Lehrstuhls für Philosophie mit Schwerpunkt Theoretische Philosophie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena, mit seinem Vortrag „<b>Feindselige Gefühle. Die dunkle Seite des Geistes</b>“. Anschließend wird <b>Hilge Landweer</b>, Professorin an der Freien Universität Berlin mit den Arbeitsbereichen Phänomenologie, praktische Philosophie und interdisziplinäre Geschlechterforschung, über „<b>Die simple Anatomie des Hasses und die Raffinesse seiner Tarnungen</b>“ referieren. Am Nachmittag folgt der Vortrag von <b>Reinhard Haller</b>, Psychiater, Psychotherapeut und forensisch-psychiatrischer Gerichtsgutachter, unter dem Titel „<b>Der Trieb zur Grausamkeit – Psychodynamik und Psychopathologie des Hasses</b>“, bevor sich <b>Ingrid Vendrell Ferran</b>, Philosophin mit Schwerpunkt auf den Bereichen Philosophie des Geistes, Phänomenologie, Erkenntnistheorie und Ästhetik, mit dem Aspekt „<b>Hassen: Warum es so schwierig ist, damit aufzuhören</b>“ beschäftigen wird. Wie gewohnt folgt jeweils zwei Vorträgen eine Publikumsdiskussion, die auch an den folgenden Tagen vormittags von Liessmann und nachmittags von <b>Rainer Nowak</b>, Chefredakteur und Herausgeber der Tageszeitung „Die Presse“, moderiert wird.</p>
<p>Am <b>Samstag, den 24. September</b> wird zunächst <b>Ahmad Milad Karimi</b>, Professor für Kalām, islamische Philosophie und Mystik an der Universität Münster, über „<b>Die Liebe zum Hass. Zur antinomischen Figur des Hasspredigers</b>“ referieren, gefolgt vom Vortrag von <b>Barbara Zehnpfennig</b>, Professorin für Politische Theorie und Ideengeschichte an der Universität Passau, zum Thema „<b>Der Hass auf die Welt, der Hass auf den Menschen – wie ideologisches Denken den Blick verzerrt</b>“. Am Nachmittag wird sich dann der seit Jahrzehnten in der Jugendforschung tätige Sozialwissenschaftler und Unternehmensberater <b>Bernhard Heinzlmaier</b> mit „<b>Angst, Ressentiment und Hass in Jugendkulturen</b>“ auseinandersetzen, anschließend folgt das Referat der Philosophin, Journalistin und Autorin <b>Svenja Flaßpöhler</b>, Chefredakteurin des Philosophie Magazins, zum Thema „<b>Vom Umgang mit Hass</b>“.</p>
<p>Abgeschlossen wird die Vortragsreihe am <b>Sonntag, den 25. September</b> von <b>Alexander Somek</b>, Professor für Rechtsphilosophie und juristische Methodenlehre an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität Wien, der über „<b>Hassrede: Der Hass auf die Moral</b>“ reflektieren wird, sowie <b>Bernhard Pörksen</b>, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Tübingen, der sich dem „<b>Miteinander-Reden in Zeiten des Hasses</b>“ widmen wird. Es folgen die Schlussworte mit Bekanntgabe des stets mit großer Spannung erwarteten Themas für das darauffolgende Jahr.</p>
<p><b>Rahmenprogramm mit Verleihung des Tractatus, Anmeldung &amp; Informationen</b></p>
<p>Neben dem <b>Vorarlberg-Brunch</b> als alljährlichem, kulinarischem Ausklang der Tagung umfasst das Rahmenprogramm u. a. die beiden Diskussionsveranstaltungen „<b>Hohe Luft – Philosophieren am Berg</b>“ und „<b>Philosophieren im Kunsthaus Bregenz</b>“ am Donnerstagvormittag sowie Sonderführungen zum <b>Skyspace Lech</b>. Auch in die Philosophen-Bar, heuer im Romantik Hotel „Die Krone von Lech“, wird wieder zum allabendlichen Gedankenaustausch geladen. Nicht zuletzt wird die <b>feierliche </b><b>Verleihung des Tractatus</b> – des dank privater Sponsoren hochdotierten, international renommierten Essay-Preises des Philosophicum Lech – am <b>Freitag, den 23. September um 21.00 Uhr</b> wieder ein ganz besonders Glanzlicht darstellen. Ein <b>Konzert</b>am <b>Samstag, den 24. September um 21.00 Uhr </b>wird das Rahmenprogramm abrunden.</p>
<p>Studierende können sich für die 20 Stipendien bewerben, die u.a. mit Unterstützung der Hilti Foundation von „Die Presse“ und dem Philosophicum Lech vergeben werden und zur kostenlosen Teilnahme berechtigen.</p>
<p>Weitere Informationen und Anmeldung ab 04.04.2022 auf  <a href="http://www.philosophicum.com/">www.philosophicum.com</a></p>
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<p><span style="text-decoration: underline;">Pressekontakt:</span></p>
<p>si!kommunikation</p>
<p>Akkreditierungen ab sofort unter <a href="mailto:info@si-kommunikation.com">info@si-kommunikation.com</a></p>

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